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25.05.2018

Wichtiger Schritt zu mehr kirchlicher Transparenz

Sehr gut besuchte Informationsveranstaltung zur Einführung der Doppik in Alzey

„Doppelte Buchführung in Konten“, kurz „Doppik“ – man sollte kaum glauben, dass dieses Thema an diesem sonnigen Freitagnachmittag so viele Menschen in das Tagungszentrum auf dem Rheinhessen-Fachklinikgelände in Alzey locken würde. Tatsächlich kamen auf Einladung der Evangelischen Regionalverwaltung Rheinhessen rund 170 Interessierte aus den evangelischen Dekanaten, Gemeinden und Kindertagesstätten nach Alzey, um mehr darüber zu erfahren, wie 2019 die Umstellung der klassischen Einnahme- und Ausgabe-Rechnung (Kameralistik) auf die Doppelte Buchführung in Konten (Doppik) in ihrer kirchlichen Einrichtung ablaufen wird. 

Dr. Nima Sheikhian, Manager der Frankfurter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers und von der EKHN als Koordinator für die flächendeckende Einführung der Doppik engagiert, erläuterte seinen aufmerksam lauschenden ZuhörerInnen, welches Ziel die EKHN mit der Einführung der Doppik verfolgt: „Das traditionelle Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen der Kirchen in Form der Kameralistik kann den heutigen Anforderungen und Erwartungen hinsichtlich Offenheit und Transparenz der Finanzsituation kirchlicher Organisationen nicht mehr gerecht werden“. 

Daher sei ein Wechsel zu einer explizit auf kirchliche Belange zugeschnittenen Doppik notwendig, die eine vollständige Darstellung von Vermögen und Schulden ebenso wie der Mittelverwendung möglich mache. Nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten, die die Einführung der Doppik in anderen Dekanaten noch gemacht habe, seien daraus von Seiten der Verantwortlichen Konsequenzen gezogen und das immerhin hochkomplexe Projekt sei nun deutlich besser strukturiert worden. Davon würden jetzt die kirchlichen Kunden der Evangelischen Regionalverwaltung Rheinhessen profitieren, die zur zweiten Umstellungswelle zur Doppik gehöre.

Zu denjenigen, die neben Dr. Sheikhian und dem IT-Fachmann Karsten Schmitz von Seiten der EKHN dafür Sorge trügen, dass das „Rollout“ (= die schrittweise Einführung) der Doppik auch in Rheinhessen gelingt, gehört auch Almut Schönthal, Referatsleiterin Finanzcontrolling in der EKHN: „Ich glaube, wir können Ihnen die meisten Ängste vor dieser Umstellung nehmen“, erklärte sie und erläuterte die Hilfsangebote, die die EKHN den Betroffenen bereit stelle, wie z.B. Schulungen für Gemeindesekretärinnen und KITA-Leitungen , für die man sich in Kürze auf der Homepage der Regionalverwaltung Rheinhessen anmelden könne, ebenso wie Lesehilfen für das bessere Verstehen des doppischen Haushaltes und der Bilanz für Kirchenvorstände. Außerdem gebe es auf dem Youtube-Kanal der Ehrenamtsakademie zahlreiche Schulungsvideos zur Doppik und zu dem damit verknüpften Finanzprogramm MACH. 

Anette Schmitt, stellvertretende Leiterin der Alzeyer Regionalverwaltung und hier Projektleiterin der Doppik-Umstellung, gab schließlich noch einige rheinhessenspezifische Informationen zur Doppik und regte die Teilnehmenden der Veranstaltung an, mögliche Fragen auf die bereitliegenden Zettel zu notieren, die später dann in großer Runde erörtert wurden. Einen Schwerpunkt der Fragen bildete natürlich die Frage, wie viel Mehrarbeit wohl die Umstellung auf die Doppik machen werde, aber, so ein Besucher der Veranstaltung, „Wenn durch die Doppik unsere Verhältnisse transparenter würden, dann wäre das ein gutes Ziel“.

Und so fuhren die BesucherInnen der Veranstaltung, wie es sich der Vorsitzende des ehrenamtlichen Vorstandes der Evangelischen Regionalverwaltung, Horst Runkel, zu Beginn der Veranstaltung gewünscht hatte, „mit vielen Gedanken und Ideen“ zu diesem ehrgeizigen, aber nun doch umsetzbar erscheinenden Projekt, das die Kirche zukunftsfähiger machen wird, ins Wochenende.