EKHN.TV


Videos und Audio-Slideshows mit spannenden Geschichten aus Hessen und Nassau. Hier geht's zu EKHN.TV

29.01.2018

Von der Quelle des lebendigen Wassers

Die ACK Mainz feierte Gottesdienst in der Mainzer Karmeliterkirche

„Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“: Zur Jahreslosung hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Mainz zum gemeinsamen Gottesdienst in der Karmeliterkirche eingeladen. Belebend und erfrischend wie das Wasser selbst, von dem in der Jahreslosung für 2018 die Rede ist, gestaltete sich auch der ACK-Gottesdienst mit Predigtimpulsen, Lesungen, Fürbitten und musikalischer Begleitung durch Lobpreislieder sowie Empfang für alle im Anschluss.

Für die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Mainz, die 1997 gegründet wurde, war es ein Höhepunkt ihrer Zusammenarbeit. Anlass war die Ökumenische Gebetswoche für die Einheit der Christen, die derzeit weltweit gefeiert wird. Neben diesem traditionellen Abendgottesdienst, jeweils am letzten Sonntag im Januar, tragen auch Arbeitstreffen und regelmäßiger Austausch auf Augenhöhe dazu bei, das Vertrauen zwischen den Kirchen und Gemeinden zu stärken. Deren Vielfalt wurde schon deutlich beim Einzug ihrer Vertreter, ob in Talar, weißem Gewand oder in Jeans. Der Vorsitz der Mainzer ACK, in der elf christliche Konfessionen regulär vertreten sind, liegt in den Händen von Andreas Ullner, Pastor in der Kreuzkirche. Aus derselben Wurzel zu leben, sich nicht über andere zu erheben, sei wichtig, erklärte er. Jahre zuvor sei das Bibelwort bereits von der ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für das Bibellesen ausgewählt worden, also unabhängig vom aktuellen politischen Geschehen.
Zeitlos ansprechend für viele Gottesdienstbesucher aller Generationen wirkten Lobpreis, das gesungene Glaubensbekenntnis oder Lieder mit passenden Wassermotiven, wie „Brunn alles Heils, wir ehren dich“, „Alle meine Quellen entspringen in dir“ oder „Bewahre uns Gott“. Die Musikgruppe der Freien Evangelischen Gemeinde sang mit Begleitung an Gitarre, Piano und Cajon. Aufgeteilt in drei Impulse, predigten der dortige Pastor Thomas Acker, Dekan Andreas Klodt von der evangelischen Kirche und sein katholischer Kollege, Dekan Markus Kölzer.

Vom Bibelwort aus der Offenbarung des Johannes spannte Thomas Acker den Bogen zur heutigen Zeit und verdeutlichte, dass es um mehr geht als das reine Trinken: „Durst zeigt, wie bedürftig wir sind“, beschrieb er, „er steht als Symbol für den Durst nach Leben und für tiefe Bedürfnisse.“ Das kann der Wunsch sein nach Geborgenheit, Annahme, Nähe, oder auch nach Anerkennung, Erfüllung und Freiheit. „Mit welchem Durst bist du heute hier?“, fragte er in die Reihen. Gerade in anstrengenden Lebensphasen könne die Suche aufkommen nach Halt und Orientierung, Vergebung und neuen Perspektiven. Jeder persönlich könne sich von Gott eingeladen fühlen, zur Quelle zu kommen, sagte der Pastor, „nur trinken muss jeder selbst.“

Lebensnotwendig, scheinbar selbstverständlich und doch ein kostbares Gut: Dekan Andreas Klodt verdeutlichte, dass es kaum Elementareres gibt als Wasser für Menschen und das Leben überhaupt. Zu rund 60 Prozent besteht der Körper aus Wasser. Wenn nur ein kleiner Anteil fehlt, macht sich dies bemerkbar. „Doch seinen Durst stillen zu können ist leider alles andere als selbstverständlich“, betonte der Pfarrer mit Blick auf andere Länder der Erde. „Zugang zu sauberem Wasser gehört zu den Menschenrechten“, forderte er daher und nannte Zahlen, die betroffen machten: Alle 20 Sekunden stirbt auf der Welt ein Kind, weil es keinen Zugang zu sauberem Wasser hat. Mit den Kollekten wird daher ein soziales Projekt unterstützt, zur Versorgung mit Trinkwasser in afrikanischen Ländern. „Gott macht unser Menschenrecht zu seinem Gottesrecht, er ist unser Wasserspender“, sagte er, „reichen wir auch anderen davon.“

Dekan Markus Kölzer bezog sich in der Ansprache vor allem auf das letzte Wort der Losung, „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“. Sätze wie „Alles hat seinen Preis“, „Nichts wird einem geschenkt“ oder „Du musst es dir verdienen“ seien in unserer Leistungsgesellschaft geläufig, oft ein Teil der Erziehung. Etwas umsonst zu erhalten könne Misstrauen wecken. „Doch Gott fordert nicht“, betonte er, „er schenkt Freude und Gnade, verschenkt sich großartig und großzügig.“ Nicht an Bedingungen geknüpft und auch nicht als Belohnung gedacht, sondern ohne Vorleistungen, als Geschenk zum Annehmen. Nach Fürbitten und Segenswünschen, von mehreren ACK-Mitgliedern gesprochen, wurde zur Begegnungszeit eingeladen mit Wasser aus verschiedenen Quellen, zum bewussten Genießen. Die Jahreslosung in Form von Wassertropfen gab es gratis, als Erinnerung zum Mitnehmen.