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13.11.2017

10 Jahre Tafel Alzey – gelebte Nächstenliebe

Jubiläumsgottesdienst beschäftigt sich mit Thema Armut

Aus einem besonderen Anlass trafen sich zahlreiche Besucher zu einem Gottesdienst mit Empfang in der Nikolaikirche in Alzey. Seit 10 Jahren unterstützt die Alzeyer Tafel in ihren Räumen in der Friedrichstraße Bedürftige. Auch wenn die Tatsache, dass es Tafeln überhaupt geben muss, nicht wünschenswert ist, so hatte sich der Vorstand entschlossen, diesen Jahrestag ganz bewusst zwar zu begehen, aber nicht zu feiern. Dies insbesondere angesichts der Leistungen der vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Bereits im Oktober wurde mit einer großen Plakataktion auf die Arbeit der Tafel hingewiesen.

Der Vorstandvorsitzende der Tafel, Diakon Stefan Brux von der Katholischen Kirchengemeinde Alzey, erinnerte in seiner Begrüßung an die Anfänge der Tafel und verwies darauf, dass sich die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Alzey und Umgebung auf die Hilfe für die Bedürftigen einigte, die ein Jahr nach der Einführung von Hartz IV im Jahre 2006 vermehrt vor den Türen der Pfarreien standen und um Hilfe baten. „Es ist eine Besonderheit, dass die Tafel hier in Alzey von so vielen Trägern ökumenisch getragen wird“, so der Vorsitzende. In den 10 Jahren seit der Gründung seien 2800 Bedarfsgemeinschaften mit 1300 Tonnen Lebensmitteln versorgt worden. Sein besonderer Dank galt vor allem den etwa 100 ehrenamtlichen Helfern, die in rund 350 Wochenstunden für den reibungslosen Ablauf an 5 Tagen in der Woche sorgten. Ebenfalls wichtig seien die rund 20 Märkte und Händler, die mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs die Versorgung erst möglich machten. Auch den zahlreichen Geldspendern dankte Brux.

Die evangelische Dekanin Susanne Schmuck-Schätzel interviewte drei Politiker zu jeweils einem biblischen Begriff. So äußerte sich der Alzeyer Bürgermeister Christoph Burkhard zum Thema „Gerechtigkeit“. Es sei bedauerlich, dass es Tafeln überhaupt geben müsse und er sehe es als Generationenangelegenheit an, eine annähernd gerechte Gesellschaft zu erreichen. Steffen Unger, Bürgermeister der Verbandsgemeinschaft Alzey Land, stellte sich dem Begriff „Barmherzigkeit“. Er verwies auf die vielen sogenannten „helfenden Hände“, denen es nicht reicht, ihre Steuern zu zahlen, sondern die sich auch ehrenamtlich in vielfacher Weise engagierten. Ihnen sei besonders zu danken. Der Landrat des Landkreises Alzey-Worms, Ernst Walter Görisch, schließlich äußerte sich dazu, was aus seiner Sicht zum Frieden beitrage, verwies darauf, dass Frieden bei Umfragen immer als größter Wunsch genannte werde. Dies sei in seinen Augen auch der Schutz des sozialen Friedens. Wilfried Knapp, Vorstand der Diakonie Hessen, lobte nach der Veranstaltung die Arbeit der freiwilligen Helfer: "Das Engagement und der leidenschaftliche Einsatz der vielen Ehrenamtlichen in den letzten 10 Jahren macht die Tafel Alzey zu einem ganz besonderen Ort der gelebten christlichen Nächstenliebe. Die Diakonie Hessen ist sehr dankbar und äußerst glücklich über dieses vorbildliche Projekt"

zur Bildergalerie: https://is.gd/lF2hnn

zum Video: https://is.gd/4r9niI

Hintergrund Alzeyer Tafel

Zurzeit besitzen 410 Bedarfsgemeinschaften eine Tafelkarte. Rund 330 davon kommen regelmäßig in die Friedrichstraße, um sich mit einwandfreien Lebensmitteln zu versorgen, die im Handel nicht mehr verkäuflich sind.

 

Träger der Tafel sind:

·        Evangelische und Katholische Kirchengemeinde

·        Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde

·        Evangelische Stadtmission

·        Evangelisches und Katholisches Dekanat

·        Caritaszentrum Alzey

·        Diakonisches Werk.