EKHN.TV


Videos und Audio-Slideshows mit spannenden Geschichten aus Hessen und Nassau. Hier geht's zu EKHN.TV

04.10.2017

Ruf nach Freiheit verzaubert Mainz

"Nacht der Freiheit" und zentraler Festgottesdienst in Mainz zum Tag der Deutschen Einheit

Colours of Gospel bem Tag der Deutschen Einheit 2017 (Bild: EKHN/Rahn)

Antje Feig und Wolfgang Weinrich führen durch die Nacht der Freiheit (Bild: EKHN/Rahn)

Eigene Talente in der Christuskirche beim Tag der Deutschen Einheit erkunden (Bild: EKHN/Rahn)

Anlässlich der zentralen Feiern zur Deutschen Einheit in der Gutenbergstadt hatte die evangelische Kirche zu einer Nacht der Freiheit in der Christuskirche eingeladen. Mit dem Thema Freiheit nahmen die Protestanten zugleich einen der zentralen Begriffe der genau 500 Jahre zurückliegenden Reformation auf.

Aktion mit Amnesty International

Gemeinsam mit der Hilfsorganisation „Amnesty International“ zeigte die evangelische Kirche, wo überall in der Welt Menschen bedroht sind und ihnen Freiheit vorenthalten wird. Am Abend wurden deshalb  auch 1.000 Armbänder mit Namen von  Menschen verteilt, die Opfer von Diktaturen und Freiheitseinschränkungen wurden. In mühevoller Kleinarbeit wurden die Bänder dazu individuell mit ihren Namen vershen. Gleichzeitig  hat die evangelische Kirche mit Portraits von rund 60 von Verfolgung Betroffenen eine spezielle Internetseite eingerichtet: www.ekhn.de/freiheit/start.html

Auf bedrohte Menschen hinweisen

„Überall auf der Welt sind die Freiheitsrechte von Menschen in Gefahr. Eine Vielzahl ist inhaftiert, allein weil sie ihre Meinung geäußert haben. Wir wollen das am Tag der Deutschen Einheit zum Thema machen, an dem an die Freiheitsgeschichte des eigenen Landes erinnert wird. Auch Deutschland hat noch nicht ewig eine freiheitliche Grundlage und Demokratie“, erklärt Projektleiter Wolfgang H. Weinrich von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Gemeinsam moderierte er mit der SWR-Journalistin Antje Feig die Nacht.

Fulminates Programm unterm Kirchendach

Zunächst trommelte die Schlagzeugformation "drumlet" mit ihrer „Rhythm’n’Groove Experience Show“ die Gäste rund um die Christuskirche zusammen. Olga und Pierino, das Schweizer Pantomimenduo zeigte dann, was sich mit Freiheit alles anfangen lässt und ließ das Publikum staunen. Musikalisch eroffneten in dem Gotteshaus „Colours of  Gospel” den Abend. Der Mainzer Powerchor zeigte wieder einen seiner fulminanten Auftritte und brachte selbst eingefleischte Sitzmuffel unterm Kirchendach zum Stehen und Klatschen. Die „Frankfurt City Blues Band“ heizte danach bis Mitternacht dem Pubikum ein.

Neue Talente für sich entdecken

Parallel zum Programm im Kirchenschiff ludt ein interaktiver Stand in der Christuskirche ein, die eigenen Talente im Leben zu entdecken. Das Motto: „Mach doch, was Du glaubst“. Dabei konnten Interessierte erkunden, ob ihr Engagement gefragt ist; auch Jugendliche finden so spielerisch mit Studierenden und Studienbegleitenden ihren Berufsweg.

Gottesdienst live in SWR und ARD

SWR und ARD übertrugen den offiziellen Festgottesdienst zum diesjährigen Tag der Deutschen Einheit mit vielen Repräsentatinnen und Repräsentanten aus Politik und Gesellschaft live aus dem Mainzer Dom. Der pfälzische evangelische Kirchenpräsident Christian Schad hat in seiner Predigt an eine Kultur der gegenseitigen Achtung und der Toleranz appelliert. Vor den Menschen und vor Gott Verantwortung zu tragen, sei „Folge und Ausdruck der Freiheit“, so Schad. Freiheit bedeute aber auch Verantwortung, „festgeschrieben in demokratischen Verfassungen, die die Würde des Menschen für unantastbar erklären und die Freiheit des Glaubens und des Gewissens garantieren“. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf bezeichnete Einheit, Freiheit und Frieden als „kostbares Geschenk“, für das man Gott Dank sagen könne.

In Statements zeigten vier Protagonisten die friedens- und freiheitsstiftende Kraft ehrenamtlich getragener Initiativen auf. Der Arzt Gerhard Trabert vom Verein „Armut und Gesundheit“, Gülbahar Erdem von der Initiative Muslimische Seelsorge, Nora Weisbrod von der Schülerhilfsorganisation „Aktion Tagwerk“, die sich für ein besseres Leben in Afrika engagiert sowie Till Baeckmann vom Projekt „Rent a Jew (Miete einen Juden), das Begegnungen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Menschen ermöglicht, stellten dar, wie man dem Motto des diesjährigen Einheitstages „Zusammen sind wir Deutschland“ leben kann.

Ansprache des Bundespräsidenten

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit zum Thema Freiheit ausgesprochen. Seine Rede beim Festakt in Mainz im Wortlaut des Manuskripts ist hier nachzulesen.