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17.07.2017

Neue Propsteigrenzen

Rheinhessische Landessynodale lernen Nassauer Land kennen

Erkundeten gemeinsam vom Dekanatssitz in Bad Ems aus das Dekanat Nassauer Land (von links): Astrid Ellermann, Bärbel Goerke, Frank Puchtler, Dr. Birgit Pfeiffer, Yvonne Fischer, Bernd Weirauch, Armin Himmighofen, Bettina Sieck, Helmut Lohkamp, Anja Beeres, Thomas Busch und Gundi Bäßler (Foto: Bernd-Christoph Matern)

Ab 1. Oktober diesen Jahres werden die Propsteigrenzen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) neu gezogen. Konsequenz für das Dekanat Nassauer Land: es gehört dann nicht mehr zur Propstei Süd-Nassau mit Sitz im hessischen Wiesbaden, sondern wechselt zur neuen Propstei „Rheinhessen-Nassauer Land“ mit Dienstsitz in der rheinland-pfälzischen Hauptstadt Mainz. Zum gegenseitigen Kennenlernen hatten die nassauischen Landessynodalen ihre rheinhessischen Kolleginnen und Kollegen zu einer kleinen Kennenlern-Tour an die Lahn eingeladen.

Das normale evangelische Kirchenmitglied dürfte zwar kaum interessieren, zu welcher Propstei das Dekanat gehört, in dem es lebt, allerdings stellen die Landessynodalen im höchsten Entscheidungsgremium der Landeskirche, das einem politischen Parlament vergleichbar ist, in Haushaltsberatungen und thematischen Ausschüssen wichtige Weichen für die Zukunft der Kirche, die sich bis auf die Gemeindeebene auswirken.

Im Dekanatsbüro in der Bad Emser Römerstraße 25 begrüßten die Vorsitzende des Synodalvorstandes des Dekanats Nassauer Land Anja Beeres und Dekanin Renate Weigel die sechsköpfige Gruppe aus der Mitte und dem Süden von Rheinland-Pfalz. Nach einer Andacht Weigels wies Beeres darauf hin, dass nicht nur der Weinbau an Rhein und Lahn eine Parallele zwischen den beiden Regionen darstelle. Im Gespräch erhofften sich die Kirchenvertreter unter anderem, dem rheinland-pfälzischen Teil der Landeskirche etwas mehr Gewicht geben zu können. Die Landeskirche habe doch oft eine sehr „hessische Brille“ auf, wie etwa die Umbenennung des ehemaligen „Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau“ in „Diakonie Hessen“ zeige.

Einig waren sich die ehrenamtlichen kirchenpolitischen Vertreter auch, dass die Regionen zwischen Wonnegau und Westerwald weitgehend ländlich geprägt sind und den Menschen dort vor allem die Basisarbeit in der Kirchengemeinde am Herzen liegt nach dem Motto „Hauptsache die Kirche bleibt im Dorf“. Den heimischen Landessynodalen – neben Frank Puchtler (Oberneisen) waren das Astrid Ellermann (Aull), Yvonne Fischer (Lahnstein), Bärbel Goerke (Reichenberg) und als Stellvertreter Pfarrer Armin Himmighofen (Bad Ems) – war es ebenso ein Anliegen, die Besucher mit der Region, der historischen Bedeutung Nassaus und dem geografischen Umfang des Dekanats vertraut zu machen, um das sich die jetzige Propstei Rheinhessen ab Oktober erweitert. Das Dekanatsgebiet zwischen Nomborn im Westerwald über Lahnstein im Westen bis nach Lorch am Rhein entspricht flächenmäßig etwa Zweidrittel der jetzigen Propstei Rheinhessen; ihr gehören zurzeit sechs Dekanate zwischen Worms, Alzey, Ingelheim und Mainz an. „Wir wollen ihnen heute unter anderem zeigen, wofür das N im Namen unserer EKHN-Landeskirche steht“, sagte Puchtler.

Und so waren auch die Orte ausgewählt, die mit den Gästen besucht wurden. Nach dem Dekanatsbüro in der Kreisstadt folgte eine Führung auf der Burg Nassau. Dort erläuterten Stadtbürgermeister Armin Wenzel und dessen Frau Petra Schönrock-Wenzel anhand der großen Ahnentafel im Rittersaal, welche Bedeutung dem Hause Nassau zukam, etwa als Wiege des heutigen niederländischen Königshauses, aber auch als Namensgeber der berühmten Stadt Nassau auf den Bahamas. Im Pohler Limeskastell am Unesco-Welterbe Limes erwartete die Gruppe ein großes Römerlager mit Speis und Trank sowie eine Führung mit Ortsbürgermeister Professor Thomas Steffen. Anschließend endete die Rundreise im geschichtsträchtigen Diez mit einem Altstadt-Rundgang, dem Blick auf den Amalien-Sarkophag in der Stiftskirche und einem Besuch des Grafenschlosses.

Am Ende des Tages gab es nicht nur ganz praktische Absprachen für die bevorstehende Arbeit in der Kirchensynode; die Gäste aus Rheinhessen hatten auch manchen Ausflugstipp ins Nassauer Land erhalten. „Und das sind nur vier interessante Orte von zirka 160, die zu unserem Dekanat gehören“, weckte Puchtler, Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, schmunzelnd Lust auf weitere Besuche in der Region.

Das Nassauer Land wird sich ab 1. Oktober auch im Namen für die neue Propstei wiederspiegeln. Sie heißt nämlich „Rheinhessen-Nassauer Land“.