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23.06.2017

Toleranz und Nächstenliebe in die Zukunft tragen

Sommersynode in Mainz befasst sich mit dem Erbe der Reformation

Im Jubiläumsjahr 2017 befasste sich  die diesjährige Sommersynodes des Evangelischen Dekanats Mainz schwerpunktmäßig mit dem Thema Reformation. In seinem Impuls orientierte sich Dekan Andreas Klodt an vier Zahlen, die er als die Kennziffern des Protestantismus bezeichnete. Mit der Zahl 95, die sich natürlich auf die 95 Thesen Martin Luthers von 1517 bezog, ermutigte er die Vertreter des regionalen Kirchenparlaments „den Luther in sich zu wecken“ und sich zu trauen Position zu beziehen. „Die Lust am Disputieren gehört zum Evangelischsein von Anfang an dazu“, erklärte er.

Anhand der  Zahl 120.000 – die von den Medien belächelte Zahl der Besucher des Abschlussgottesdienstes in Wittenberg - erläuterte Klodt, dass es im Glauben nicht nur um Quantität ginge. Der Auftrag der Kirche läge darin, das Evangelium zu kommunizieren. Dabei solle man sich nicht von Zahlen abhängig machen. Die Zahl 2 stand in der Rede des Dekans für die beiden großen Religionsgemeinschaften Katholisch und Evangelisch. Gerade in diesem Jahr merke man, wie sehr die beiden an einem Strang zögen. Jedoch gäbe es auch nach wie vor Unterschiede: „Das ist auch gut so! Eine vielfältige Welt braucht eine vielfältige Kirche, wenn sie das Evangelium so kommunizieren will, dass die unterschiedlichen Menschen es verstehen.“ 

Mit der Zahl 215 erinnerte Klodt an die diesjährige Geburtstagsfeier am 2. Mai zum 215. Gründungstag der ersten Evangelischen Gemeinde in Mainz. Im ältesten erhaltenen Bericht über die Gemeindegründung stehe geschrieben: „Nie mehr möge Intoleranz einen Platz an den Ufern dieses Flusses (des Rheins) finden. In christlicher Nächstenliebe wollen wir den anderen Glaubensgemeinschaften vorangehen“, so Klodt, „Toleranz und Nächstenliebe  - das ist für mich ein Erbe, das wir bewahren und in die Zukunft tragen sollen.“

Nach dem Impuls standen auch Wahlen auf der Tagesordnung der Synode. Steffi Behr aus der Evangelischen Kirchengemeinde Mainz-Hechtsheim wurde einstimmig als neues Mitglied des Dekanatssynodalvorstands (DSV) gewählt. Sie folgt auf Annette Semke, die im Februar dieses Jahres verstorben war. Behr erklärte: „Als Teamplayer freue ich mich auf die Zusammenarbeit im DSV. Gerne möchte ich die Sicht der Vorstadt-Gemeinden dort einbringen“. Als Mitglied des synodalen Diakonieausschusses wählten die Delegierten Berit Sommerfeld, langjährige Vorsitzende der Evangelischen Kirchengemeinde Mainz-Marienborn. Dr. Dirk Kuttig,  Schulpfarrer am Rabanus-Maurus-Gymnasiumwurde, zum Beauftragten für Religionspädagogik bestimmt.