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19.05.2017

Wenn der Fels in der Brandung in den Ruhestand abtaucht

Pfarrer Armin Wisseler verlässt nach 38 Jahren den Pfarrdienst

Dekanat Alzey: Wenn man sich in den kleinen rheinhessischen Gemeinden Gundersheim, Hangen-Weisheim und Hochborn nach Armin Wisseler erkundigt, weiß jeder sofort Bescheid, wer damit gemeint ist, und vor allem jetzt, direkt vor seinem Ruhestand, wird vielen Menschen erst richtig bewusst, wie vernetzt und eingemeindet der 65 jährige Theologe eigentlich ist.

Die Einen beschreiben ihn als ruhigen, verlässlichen und zielgerichteten Menschen, der viele Angebote und Veranstaltungen ins Leben rief, begleitete und im Hintergrund koordinierte, die Anderen kennen auch seine gesellige und kommunikative Seite und schätzen seine sympathische, reflektierte und ehrliche Natur. „Er war immer mitten in der Gemeinde, ganz nah bei den Menschen und hat sich auch nie vor der Schaufel gefürchtet“, meint Annemarie Handrich, stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstandes in Gundersheim, die Pfarrer Wisseler bereits seit Beginn der pfarramtlichen Tätigkeit 1979 kennt und spielt damit auf die zahlreichen handwerklichen Einsätze des Pfarrers beispielsweise bei der Renovierung der Kirche an. Besonders beeindruckt ist Handrich zudem von der Tatsache, dass der Theologe bei jedem Sommerfest etliche Kinder des evangelischen Kindergartens mit Vornamen ansprechen kann.

Aber auch auf Dekanatsebene erinnert man sich gerne an „die graue Eminenz“, wie Pfarrer Wisseler liebevoll genannt wird. Dekanin Susanne Schmuck-Schätzel erinnert sich sehr gerne an die konstruktive Zusammenarbeit mit dem angehenden Ruheständler, der viele Jahre als stellvertretender Dekan gewirkt hat und immer noch in der Prädikanten- und Lektorenausbildung aktiv ist. „Mit seiner Ruhe und Ausgeglichenheit hat Armin Wisseler dem Evangelischen Dekanat Alzey eine Menge an Selbstsicherheit und Kontinuität gegeben“ erinnert sich die Dekanin an die gemeinsame Dienstzeit und beschreibt den Theologen als einen Menschen, der seinen Glauben aus vollem Herzen lebt, der sehr hilfsbereit ist und immer ein offenes Ohr für die Menschen in seinem Umfeld hat.

Aber gerade diese Nähe zu den Menschen ist auch dass, was Armin Wisseler selbst sehr zu schätzen weiß. Der geborene Dillenburger, der als Sohn eines Pfarrers in einer 400 Seelen-Gemeinde im Westerwald groß geworden ist, liebt das Leben und die Menschen auf dem Land. So beschreibt er das Dorf in seiner Kindheit als einen riesigen Kindergarten mit Spielscheunen, Straßen, vielen Kindern und vor allem mit viel guter Luft, von der er hoffentlich auch in seinem wohl verdienten Ruhestand noch eine Menge genießen wird. Was seinen Nachfolger anbetrifft, wünscht sich Wisseler lediglich, dass dieser sich genauso an den Bedürfnissen der Gemeinden orientiert, Projekte und Veranstaltungen initiiert wie er selbst und den einen oder anderen Stein ins Rollen bringt – so dass daraus ein neuer Fels in der Brandung entstehen kann.

Einladung zur Verabschiedung von Armin Wisseler durch Propst Dr. Klaus-Volker Schütz und Dekanin Schmuck-Schätzel am Donnerstag, 25.05. um 09.30 Uhr in der evangelischen Kirche Gundersheim