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05.04.2017

"...bis dass der Tod euch scheidet"

Gemischt konfessionelle Paare berichten über ihre Erfahrungen.

Wenn sich Menschen treffen und ineinander verlieben, erkundigen sie sich nach dem Beruf und den Interessen des anderen, selten jedoch fragen sie gleich nach der Religion. Gerade bei jungen Menschen spielt dies zu Anfang ihres Kennenlernens eine eher untergeordnete Rolle. Aber spätestens dann, wenn sich das Paar entschließt zu heiraten und eine Familie zu gründen, stellt sich die Frage, wie es der eine  oder die andere mit der Religion hält.
Zu diesen Fragen lud die Dekanin des evangelischen Dekanats Wöllstein, Monika Reubold, gleichzeitig Pfarrerin in Sprendlingen, zusammen mit ihrem katholischen  Kollegen Pfarrer Rüdiger Eckert in das Gemeindehaus der evangelischen Michaelisgemeinde in Sprendlingen ein.

Im Mittelpunkt des von der Dekanin moderierten Abends standen die Erfahrungen von vier katholisch-evangelischen Paaren, die es gemeinsam auf immerhin 143 Jahre eheliche Gemeinschaft brachten. Das älteste konnte auf 56 Jahre zurückblicken, das jüngste auf vier Jahre.
Laut katholischem Eheverständnis verwandelt die Erlösung, der Bund Gottes mit den Menschen, die Ehe zu  einem Zeichen, in dem das von Christus geschenkte Heil wie in den anderen Sakramenten sichtbar und wirksam wird.
Die evangelische Theologie wertet die Ehe in christlichem Verständnis als die Gemeinschaft einer Frau und eines Mannes, die auf Liebe und Vertrauen gründet. Sie ist „ein göttlich Werk und Gebot, gleichwohl ein weltlich Ding ohne Heilswirksamkeit, jedoch ein zentraler Ort für die Bewährung des Glaubens in Liebe und Hoffnung“.
Beide Kirchen sind sich einig, dass die Ehe eine von Gott gestiftete Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau und auf Lebenszeit angelegt ist.

Auf die Frage von Dekanin Reubold, ob die Religionszugehörigkeit zunächst eine Rolle spielte, antworteten die eingeladenen Paare unisono: „Gar nicht, diese Frage haben wir uns nicht gestellt“. In den meisten Familien wurden die Unterschiede akzeptiert, auch wenn einer der Befragten schmunzelnd von der Oma berichtete, die stets zum Enkel zu sagen pflegte: „Guck, dass das Mädsche katholisch iss…“.
Ausschlaggebend für alle Beteiligten war und ist, dass sie Christen sind und mit ihrer Heirat auch die christliche Botschaft in die Welt hinaustragen.

„Seit 2009 haben in Sprendlingen laut evangelischem Kirchenbuch 59 Trauungen stattgefunden, davon waren zehn ökumenische Trauungen“, rundete Dekanin Reubold den lebhaften Austausch mit einer kleinen Statistik ab.

Text: Luise Lutterbach, Fotos: privat