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20.11.2018

Ausgezeichnete Qualität in evangelischen Kindertagesstätten

Westhofener Kita Seebachfrösche erhält Gütesiegel

Sechs Kindertagesstätten der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau erhielten am vergangenen Freitag das Gütesiegel der BETA (Bundesvereinigung Evangelischer Kindertagesstätten e.V.), darunter die Kindertagesstätte „Seebachfrösche“ der evangelischen Kirchengemeinde Westhofen. Die bundesweit anerkannte Auszeichnung prämiert Kindertagesstätten, die in ihrer religions- und sozialpädagogischen Arbeit eine besondere Qualität gewährleisten. Die Auszeichnung wurde im Rahmen einer Feierstunde in der Darmstädter Pauluskirche von Kirchenpräsident Dr. Volker Jung übergeben.

„Evangelischen Kindertagesstätten wird viel Vertrauen entgegengebracht. Die Kommunen, die einen wesentlichen Teil der Finanzierung tragen, vertrauen in unsere gute Bildungs- und Betreuungsarbeit. Eltern vertrauen uns ihre Kinder an“, sagte Dr. Jung in seiner Ansprache. Es komme darauf an, aufmerksam und sensibel darauf zu achten, dass dieses Vertrauen nicht zerstört werde. Die Qualitätsentwicklung und ihre Königsdisziplin, der Gütesiegelprozess, arbeiteten genau in diese Richtung.
Der Kirchenpräsident würdigte das Engagement der Mitarbeitenden in den Einrichtungen, die sich neben den Herausforderungen des regulären Betriebes zusätzlich einer umfassenden Qualitätskontrolle gestellt hätten, die Voraussetzung für die Auszeichnung sei. In Kindertagesstätten komme es darauf an, gut im Team, mit der Fachberatung und mit dem Träger zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu stützen, sagte Dr. Jung. So könne gut gelebter Alltag in der Kita gelingen und Kindern könne geholfen werden, sich gut zu entwickeln. Dass ihnen dies gelänge, hätten die Einrichtungen, die heute ausgezeichnet würden, bewiesen. Dr. Jung betonte die große Bedeutung, die Kindertagesstätten für die Evangelische Kirche haben. Mit 595 Einrichtungen, 44 169 Plätzen und 5809 Mitarbeitenden seien sie ein großes Arbeitsfeld, in dem sich die Kirche engagiere. Ein Engagement, das sich auf jeden Fall lohne; die Kirchenleitung sei stolz auf ihre Kita-Arbeit. Evangelische Kindertagesstätten seien überaus wichtige Teile der Gemeindearbeit, die als solche manchmal zu wenig gewürdigt würden. Eine Netzwerkanalyse, die das Beziehungsgeflecht in Kirchengemeinden zum Gegenstand habe, deute darauf hin, dass Kindertagesstätten sozusagen die „geheimen Zentren der Gemeinden“ seien.

Qualitätsentwicklung wird in allen evangelischen Kitas in der EKHN seit 2007 systematisch und verbindlich betrieben. Der Erwerb des Gütesiegels wird nicht verordnet, er erfolgt freiwillig. Kindertagesstätten können selbst entscheiden, ob sie den Weg zur Zertifizierung gehen möchten. Seit 2011 wird das Gütesiegel an Kindertagesstätten in der EKHN, in Hessen und Rheinland- Pfalz verliehen. Es hat eine Gültigkeit von 5 Jahren. Danach können sich die Kindertagesstätten erneut zertifizieren lassen. Am 16. November erhielten fünf Einrichtungen das Siegel zum ersten Mal, eine Einrichtung wurde rezertifiziert. Insgesamt sind jetzt 22 Kindertagesstätten in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau Träger des Evangelischen Gütesiegels der BETA.

Das Gütesiegel wird an Kindertagesstätten vergeben, die erfolgreich ein Qualitätsentwicklungssystem in ihrem Haus etabliert haben. Die Einrichtungen müssen dabei mindestens seit vier Jahren Qualitätsentwicklung und -sicherung als Instrument zur kontinuierlichen Reflexion und Weiterentwicklung ihrer pädagogischen Arbeit genutzt haben, bevor sie sich bewerben können. Nach erfolgreicher Bewerbung unterziehen sich die Kindertagesstätten einer externen Begutachtung. Dabei sind das evangelische Profil und die Fachlichkeit der Einrichtungen besonders im Blick. Es wird überprüft, wie die Qualitätsentwicklung und -sicherung ausgestaltet sind und wie Qualitätsstandards umgesetzt werden. Die Auszeichnung gilt fünf Jahre. Danach können die Einrichtungen selbst entscheiden, ob sie sich erneut einer Begutachtung unterziehen möchten, um rezertifiziert zu werden.

Mit dem BETA-Gütesiegel erhalten die evangelischen Träger und Einrichtungen ein bundesweit einheitliches Zeichen, mit dem ihr Qualitätsprofil sichtbar und anerkannt wird. Das Verfahren soll Lernprozesse in Gang setzen und die Einrichtungen ermutigen, die Arbeit wertzuschätzen und eigene Entwicklungspotentiale zu entdecken. Klare Strukturen und durchschaubare Abläufe sollen am Ende Kindern, Eltern und den Mitarbeitenden der Einrichtungen Verbindlichkeit und Sicherheit geben.