EKHN.TV


Videos und Audio-Slideshows mit spannenden Geschichten aus Hessen und Nassau. Hier geht's zu EKHN.TV

20.06.2018

Ökumene, Flüchtlingsarbeit und Fusionspläne

Dekanatssynode zu Gast in der syrisch–orthodoxen Gemeinde

Herzlicher konnte man sich einen Empfang nicht wünschen als den der syrisch-orthodoxen Gemeinde in Worms, die am gestrigen Dienstag die Synodalen zur sechsten Tagung der zwölften Dekanatssynode begrüßten. Fuat Demir und Dekan Harald Storch betonten in ihrer Begrüßung sehr deutlich das enge geschwisterliche Verhältnis der syrisch orthodoxen Gemeinde und der Evangelischen Kirche in Worms.

Während der letzten 50 Jahre hat sich mit der syrisch-orthodoxen Gemeinde eine ganz eigene Dimension des Christentums hier in Worms und Umgebung entwickelt erklärte Pfarrerin Erika Mohri, Ökumene-Beauftragte im Evangelischen Dekanat, die in ihrem Vortrag das Leben und den Glauben der Schwester-Gemeinde vorstellte. Diaspora bezeichne in seiner Bedeutung nicht nur „Minderheit“ und „Zerstreuung“, womöglich sogar mit der Gefahr, verloren zu gehen, sondern auch den Gedanken von Aussaat und einem damit verbundenen Wachstum. „Die Saat, die von der syrisch-orthodoxen Gemeinde vor vielen Jahren an den Rhein gebracht wurde ist aufgegangen und trägt viele Früchte“, so Storch.

Bezahlbaren Wohnraum für besonders schutzbedürftige Menschen

Viele Themen standen auf der Tagesordnung, so auch der Bericht des Flüchtlingspfarrers Peter Oldenbruch, Geschäftsführer der Ökumenischen Flüchtlingshilfe gGmbH, einer gemeinnützigen Immobiliengesellschaft, die besonders schutzbedürftigen Geflüchteten Wohnraum zur Verfügung stellt. Mit einer Einlage von 25.000 EUR ist das Evangelische Dekanat Worms-Wonnegau im vorletzten Jahr selbst Gesellschafter geworden und hat damit den Grundstock für eine Wohnung in Worms gelegt, die derzeit von einer Familie aus Afghanistan mit drei Kindern bewohnt wird.

„Wohnungssuche in der heutigen Zeit ist für viele Menschen ein reines Abenteuer, denn trotz Mietpreisbremse schnellen an vielen Orten die Preise in die Höhe. Bezahlbarer Wohnraum wird zu einem begehrten Luxusgut, nicht nur für Empfänger von Sozialleistungen, Studenten, Alleinerziehende und Geringverdiener, sondern gerade auch für geflüchtete Menschen. Wer vermietet schon an Menschen, die abgeschoben werden können?“ fragte Oldenbruch die Synodalen.

Vorerst keine Fusion mit den Dekanaten Wöllstein und Alzey

Ein Thema, das schon etwas länger das Evangelische Dekanat Worms-Wonnegau beschäftigt ist die Anfrage der Dekanate Alzey und Wöllstein nach einer gemeinsamen Fusion. Hintergrund ist die Tatsache, dass die XI. Kirchensynode der EKHN das Gesetz zur Neuordnung der Dekanatsgebiete beschlossen hat und darin vorsieht, in der Propstei Rheinhessen die Dekanate Alzey und Wöllstein ab dem Jahr 2020 zusammenzuführen. So ist bei den rheinhessischen Dekanaten der Gedanke entstanden, vor dem Hintergrund der geografischen Nähe, eine Einheit mit Worms-Wonnegau ab dem 01.01.2022 zu bilden. Nach reiflicher Überlegung und Abwägung der Vor-und Nachteile ist die Synode am gestrigen Abend jedoch zu dem Schluss gekommen, dass zum derzeitigen Zeitpunkt nicht zuverlässig abschätzbar ist, welche Vor- und Nachteile diese Dreierkonstellation mit sich bringen würde, woraufhin die Synode gegen die Bildung eines Großraumdekanates gestimmt hat.

Wechsel ins Dekanat Ingelheim-Oppenheim?

Für eine lebendige Diskussion sorgte der Antrag der Evangelischen Kirchengemeinden Dorn-Dürkheim, Hillesheim und Wintersheim, auf Grund der geografischen Nähe und der Überschneidung der Sozialräume von Gemeindegliedern, einen Wechsel ins Evangelische Dekanat Ingelheim / Oppenheim zu vollziehen. Der Kirchenvorstand beschrieb den Prozess dieser Überlegung, der bereits seit fast zwei Jahren im Kirchenvorstand präsent ist und auf der kommenden Synode im Herbst 2018 zur Abstimmung in der Synode stehen soll. Zur Vorbereitung auf die Abstimmung im kommenden Herbst versuchte Präses Alexander Ebert mit den DSV Mitliedern die möglichen Folgen eines Wechsels und dem damit verbundenen Wegfall von ca. 1000 Gemeindegliedern für das Dekanat und die benachbarten Gemeinden Dittelsheim-Heßloch-Frettenheim sowie Bechtheim und Monzernheim zu beschreiben.