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14.06.2017

Visitationsbericht und Positionspapier zur Lage von Geflüchteten

Vierte Tagung der XII Dekanatssynode Worms-Wonnegau in Dalsheim

Mit ausgelassener Stimmung begann am 08.06.2017 die vierte Tagung der XII Synode des evangelischen Dekanats Worms-Wonnegau im evangelischen Gemeindezentrum in Dalsheim. Zur Tagung hatte Präses Alexander Ebert eingeladen, um die Synodalen über wichtige Ereignisse aus dem Dekanat zu informieren, mit ihnen zu diskutieren und abstimmen zu lassen.

Bericht vom Propst und dem Visitationsbeauftragten

Als Gäste wurden an diesem Abend unter anderem Propst Dr. Klaus-Volker Schütz und Dr. Frank Löwe begrüßt, die in einem der ersten Punkte auf der Tagesordnung die Ergebnisse der Dekanatsvisitation präsentierten. Während die Visitationsergebnisse der Bereiche „Schule“ und „Übergemeindliche Dienste“ bereits in der Vergangenheit vorgestellt wurden, stand an diesem Abend der Bericht über die Kirchengemeinden der Region im Vordergrund. „Der Dekan kann sehr zufrieden sein“, fasst Propst Schütz seinen Bericht zusammen. „Das Dekanat ist sehr gut zusammengewachsen und hat viele engagierte Kirchengemeinden, die dort, wo sie sind, eine tolle Arbeit leisten und auch nicht müde werden, nach neuen Aufgaben zu suchen.“

Vor allem sei aber auch der demografische Wandel vor Ort in den Gemeinden spürbar. Weil es fast überall mehr Beerdigungen als Taufen gibt, schrumpfen in vielen Bereichen die Teilnehmerzahlen. Dadurch sind viele Gemeinden gezwungen, bewährte Konzepte neu zu überarbeiten und sich dem Wandel in ihrer Arbeit anzupassen. Sei es durch Kooperationen oder veränderte Gottesdienstformate.

Lobende Worte fand an diesem Abend auch der Visitationsbeauftragte Pfarrer Dr. Frank Löwe: „Wir haben ein Dekanat gesehen, das aus zwei Bereichen, dem Dekanat Osthofen und dem Dekanat Worms so gut zusammengewachsen ist, dass man es als gelungene Einheit erlebt, vor allem das überzeugende Konzept der Gesamtgemeinde mit der Trägerverantwortung für die Kindertagesstätten ist als Anregung nach Mainz getragen worden, wo so etwas noch fehlt und jede Kirchengemeinde in der Stadt mit ihrer KiTa sich selbst überlassen ist.“

Die Beratungsstelle im Evangelischen Dekanat

In der darauf folgenden Vorstellung der psychosozialen Beratungsstelle nutzte der Einrichtungsleiter Thomas Mohr die Gelegenheit, nicht nur die einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihren unterschiedlichen Qualifikationen und Beratungsschwerpunkten den Synodalen vorzustellen, sondern sich auch für die gute Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Dekanat zu bedanken und auf den hohen Bedarf der Beratungsangebote hinzuweisen.

Fusion ist kein Thema

Wie in den letzten Wochen der Presse zu entnehmen war, liegt aktuell eine Anfrage der Dekanatssynodalvorstände Alzey und Wöllstein vor, die den Synodalvorstand in Worms-Wonnegau bittet zu prüfen, in wie weit eine Fusion zu einem größeren Dekanat aus den Dekanaten Alzey, Worms-Wonnegau und Wöllstein möglich und sinnvoll ist. Präses Alexander Ebert nutzte die Gelegenheit, die Synodalen über den aktuellen Stand zu informieren.

Hintergrund der Anfrage ist die Tatsache, dass die XI. Kirchensynode der EKHN das Gesetz zur Neuordnung der Dekanatsgebiete beschlossen hat und darin vorsieht, in der Propstei Rheinhessen die Dekanate Alzey und Wöllstein ab dem Jahr 2019 zusammenzuführen. Durch das geplante Gesetz zur Pfarstellenbemessung ab 2020-2024 sind dennoch Kürzungen bei der personellen und finanziellen Ausstattung zu erwarten.

„So ist bei den rheinhessischen Dekanaten der Gedanke entstanden, vor dem Hintergrund der geografischen Nähe, eine Einheit mit Worms-Wonnegau ab dem 01.01.2022 zu bilden“, informiert der DSV-Vorsitzende die Dekanatssynode. „Wie die zu erwartenden Kürzungen allerdings aussehen werden, beschließt die Kirchensynode voraussichtlich erst im November. Die Folgen, Vor- und Nachteile des dann evtl. entstandenen drittgrößten Dekanats unserer Landeskirche, sind daher zurzeit nicht absehbar“, erläutern Präses Ebert und Dekan Storch die aktuelle Lage gegenüber den Dekanatssynodalen.

„Aus unserer Sicht kann deshalb der Dekanatssynodalvorstand erst nach der Gesetzgebung 2017, also im Sommer oder spätestens im Herbst 2018 entscheidungsfähige Alternativen Ihnen als Dekanatssynode zur Abstimmung vorlegen“, schließt Ebert seine Informationen zu den Fusionsgedanken.

Positionspapier zur Lage der Flüchtlinge

„Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch“ (Ez 36,26). Mit diesen Worten beginnt das Positionspapier zur aktuellen Situation von Geflüchteten, welches von Dr. Erika Mohri, Pfarrerin Christina Jammers,  Dekanatsjugendreferentin Johanna Claußnitzer-Piehl und Erika Strauss in einer Arbeitsgruppe erstellt wurde. Als geistige Orientierung und Stellungnahme spricht sich das Evangelische Dekanat Worms-Wonnegau für eine humane und gerechte Flüchtlingspolitik aus, versäumt es aber auch nicht, der Landesregierung Rheinland-Pfalz für den Abschiebestopp nach Afghanistan zu danken. Neben diesem Dank sind aber auch viele kritische Positionen auf diesem Papier zu finden, unter anderem was die Definition der sicheren Herkunftsländer angeht, den subsidiären Schutz von Geflüchteten, die Erschwerung der Familienzusammenführung und vor allem die Zunahme rechtpopulistischer Stimmen und Tendenzen. So wendet sich das Positionspapier nicht nur an die Politik, sondern ermutigt die Kirchengemeinden und jeden Einzelnen, sich mit weitem Herz und offenen Geist weiterhin oder auch neu in der Arbeit mit Geflüchteten zu engagieren.