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03.09.2018

Eine Kita im Ausnahmezustand

In Sprendlingen werden bei laufendem Betrieb Küche und Waschraum saniert.

Kita-Leitung Sabine Oswald mit Kind

Kita-Leitung auf der Baustelle

Der Normalbetrieb in der Evangelischen Kindertagesstätte läuft weiter, während in die Jahre gekommene Küche und Waschraum grundsaniert werden – für die Kinder ein großes Abenteuer.

„Im Moment wird improvisiert,“ sagt Sabine Oswald, die Leiterin der Evangelischen Kindertagesstätte. Die kirchliche Kita ist derzeit im Ausnahmezustand, denn der Waschraum und die Küche, in der normalerweise von zwei Hauswirtschaftskräften täglich für mindestens 70 Kinder frisch gekocht wird, werden umgebaut und den Anforderungen von heute angepasst. Für die Kinder und das Team heißt das, sie müssen räumliche Einschränkungen in Kauf nehmen und im Grunde jeden Tag ein bisschen anders angehen. „So eine Baumaßnahme ist für alle eine große Herausforderung,“ erzählt Sabine Oswald, „ entsprechend haben wir uns vorher viele Gedanken gemacht, wie wir damit umgehen und was wir machen.“

Die Vorarbeit hat sich gelohnt, die Baumaßnahmen laufen gut, berichtet der verantwortliche Architekt Reinhold Gallé. „Und auch für das Mittagessen haben wir eine gute Lösung gefunden. Darüber waren die Eltern der Ganztageskinder sehr froh“, erzählt Frau Oswald. Die lokale Metzgerei Fasig ist für die Zeit des Umbaus eingesprungen. Steffen Fasig betreibt neben der Metzgerei auch einen Cateringservice und beliefert nun die Kita täglich mit frisch zubereitetem Essen, ganz nach Plan der sonst verantwortlichen Hauswirtschafterin. Seinen besonderen Service in dieser Zeit, nämlich dass das Kita-Team das Mittagessens-Geschirr für 70 Kinder nicht spülen muss, wissen alle sehr zu schätzen.
Das Ziel des Umbaus sei „ein angenehmeres Zusammenleben,“ sagt Sabine Oswald. Die Küche wird größer, der neue Waschraum wird neu ausgestattet. Es kommen zum Beispiel ein doppelter Wickeltisch, kleine Toiletten und eine Dusche hinein. Auch der Flur, in dem normalerweise sowohl gespielt als auch gegessen wird, wird angepasst. Er bekommt eine besondere Akustikdecke, damit auch dort ein gutes Miteinander und viele Gespräche gleichzeitig möglich werden. Dazu werden Heizungs- und Trinkwasserzentrale erneuert.

Die Kinder der Kindertagesstätte erleben diesen Umbau als Abenteuer. Schließlich gebe es jeden Tag etwas Neues zu sehen. Besonders spannend fanden sie zum Beispiel die Zeit, als täglich ein großer Lastwagen anrollte, um den Bauschutt abzutransportieren. „Der LKW fährt wieder!“ – Das war das Signal für alle Kinder, nach draußen zu eilen, um dieses Schauspiel zu bezeugen. „Für die Kinder ist es während solcher Veränderungen wichtig, dass sie von vertrauten Personen begleitet werden“, sagt Fachfrau Sabine Oswald. Das gehört auch zum Konzept der Kita. Und so hat das Team auch dafür Lösungen gefunden, als es den Krippenkindern zwischendurch zu laut wurde.  
Den Fortschritt der Baumaßnahmen können Kinder und Eltern täglich mitansehen, aber auch im „Bautagebuch“ der Kita nachlesen, das öffentlich aushängt und immer mit Text und Bildern aktualisiert wird. Insgesamt 200.000 Euro kostet diese notwendige Sanierung nach Aussage des örtlichen Architekten Gallé und des Kirchenarchitekten Döbel. Die Mittel dafür werden von der Evangelischen Kirche (EKHN) und der Kreisverwaltung bereitgestellt.

Die Hauptbaumaßnahmen laufen bereits seit Ende Juni, gibt Architekt Reinhold Gallé Auskunft. „Wenn alles nach Plan weiterläuft, wird die Küche bis Ende September fertig und der Rest dann bis November. Das sei eine sehr kurze Bauzeit für so eine Bausumme, erklärt er.

Auch wenn so ein Umbau spannend ist, sind dann bestimmt Kinder, Eltern und das Team froh, wenn wieder etwas mehr Ruhe in das tägliche Kita-Leben einzieht und sie die neuen Räumlichkeiten benutzen können.

Text und Bilder: Margarete Geißler