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12.06.2018

"Am Reich Gottes mitbauen"

Neue Pfarrerin wird in Wallertheim ordiniert und feierlich eingeführt.

Pfarrerin Anke Feuerstake und Propst Dr. Schütz

Für ihren Dienst in den Evangelischen Kirchengemeinden Wallertheim und Gau-Bickelheim sowie Gau-Weinheim ist Pfarrerin Anke Feuerstake in einem festlichen Gottesdienst von Propst Dr. Klaus-Volker Schütz ordiniert worden.
Damit beginnt für die 31jährige Theologin nach der langen Ausbildung ihr erster vollständig eigenverantwortlicher kirchlicher Dienst. Entsprechend ermutigte der Propst die neue Pfarrerin, „interessiert und entspannt“ vor Ort „am Reich Gottes“ mitzubauen. Denn „Pfarrerinnen und Pfarrer werden an einem konkreten Ort für konkrete Menschen ordiniert, nicht in einen besonderen Status oder Stand.“ Wichtig sei es, an Freud und Leid der Menschen in der Gemeinde teilzunehmen und teilzuhaben und dabei den Pfarrberuf auch mit den eigenen Gaben individuell auszugestalten.

Das Miteinander und die besondere Gemeinschaft sind auch der neuen Pfarrerin wichtig. Das zeigte sie schon, indem sie an ihrem ersten Arbeitstag die Wallertheimer Ortsbürgermeisterin, Karla Martin, zum Verbandsgemeinde-Weinfest nach Gau-Weinheim begleitete. Auch in ihrer Ordinations-Predigt griff sie den Gemeinschaftsgedanken auf.
Anhand der biblischen Geschichte vom großen Abendmahl im Lukasevangelium deutete sie Gottes Einladung an uns Menschen als „grenzenlos und zwanglos“: „Jeder ist zu Gott eingeladen“,  ist sie sich sicher. Durch ihre Arbeit beim Diakonischen Werk Limburg-Weilburg (DW) habe sie viele Menschen kennengelernt, die „in unserer Gesellschaft durch das Raster der Sichtbarkeit“ fielen. Ein halbes Jahr lang hatte sich Pfarrerin Feuerstake während ihres Spezialpraktikums im Diakonischen Werk um „die Abgehängten der Gesellschaft“ gekümmert. Gottes Einladung an seinen Tisch ergehe gerade auch an die Menschen, „die sonst keine Einladungen bekommen“. Diese biblische Geschichte ermutige, „unsere Herzen weiter zu machen“ und Gemeinschaften zu bilden, die größer und bunter sind, als die, die wir vielleicht von uns selbst aus bildeten. Gott mache uns so eine große, grenzenlose Einladung immer wieder vor, indem er uns alle immer wieder zum Abendmahl einlade und so Teilhabe und Teilnahme konkret werden ließe. Immer wieder Gottes Reich im Hinterkopf zu haben, sei eine „lohnende Perspektive“ sowohl im Blick auf den privaten Bereich als auch im Blick auf den Gottesdienst und die Gemeinde.

„Kommt, denn es ist alles bereit“ (Lk 14,17) hieß es dann auch im Anschluss an den Fest-Gottesdienst, denn die Kirchenvorstände luden alle Gottesdienstbesucher noch ins Gemeindehaus zum Empfang ein. Viele folgten der Einladung – Wegbegleiter aus den verschiedenen Lebensstationen der Pfarrerin und viele Mitglieder ihrer neuen Gemeinden. So ergab sich die Gelegenheit, noch das ein oder andere persönliches Wort mit der neuen Pfarrerin zu wechseln oder den Grußworten zu lauschen.
An diesem Tag ist schon eine weitere bunte große Gemeinschaft ganz in Gottes Sinne entstanden.

Text und Bild: Margarete Geißler