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22.11.2017

Actiongeladene Konfi-Nacht

Digital und analog, jung und bunt - 100 Konfirmanden kommen zur Konfinacht nach Badenheim

‚Kirche‘ eine Nacht lang offen, ganz schön bunt und jugendlich neu! Dafür sorgten in der achten KONFI-Nacht im Dekanat Wöllstein 35 Mitarbeiter der Evangelischen Jugend.
Rund 100 Konfirmandinnen und Konfirmanden (Konfis) aus dem gesamten Dekanatsgebiet waren der Einladung der Jugendreferentin Sabine Göhl und ihres Teams gefolgt. Sie bekamen einen ganz neuen Blick auf Kirche, denn Programm und die Umgebung waren vom Team ganz besonders für sie vorbereitet worden. 

In warmen Farben erstrahlten die katholische und evangelische Kirche und auch alle weiteren Veranstaltungsorte. Jugend-Teamer Jan-Philipp Wirth aus Siefersheim hatte schon Tage zuvor die Lampen installiert. Von dem Ergebnis waren sowohl die Konfis als auch die Badenheimer Bürger beeindruckt. Durch die vielen am Straßenrand dazu aufgestellten Kerzen herrschte eine „wunderbare“ Atmosphäre.

Los ging es im Jahr des 500jährigen Reformations-Jubiläums mit einem Gottesdienst rund um Katharina von Bora. Die gastgebenden Konfis aus Badenheim hatten den Startgottesdienst rund um die selbstbewusste Nonne und spätere Ehefrau des Reformators Martin Luther vorbereitet und mit Live-Musik ausgestaltet. Danach erkundeten die Konfis in Kleingruppen die Angebote in der Nacht. Sie wurden vom Team der Evangelischen Jugend unterstützt. Die 35 Teamer standen ihnen als Paten zur Seite, als Ansprechpartner an verschiedenen Stationen, sorgten für die Verpflegung, Logistik, die Musik und gute Stimmung. Auch der Treffpunkt Bauwagen der Evangelischen Jugend war wieder dabei. Er diente als Infopoint und Versorgungsstation mit warmen Getränken und einem Imbiss.

Was es bedeutet, im reformatorischen Sinne die Freiheit der Entscheidung zu haben, probierten viele Konfis dann beim „Spiel des Lebens“ unter dem Motto „Es läuft“ mit der sogenannten Actionbound-App, einem digitalgestützten Stationenspiel, gleich aus. In insgesamt zwölf Stationen konnten sich die Konfis mit Themen auseinandersetzen, die wohl vielen Menschen auf dem Lebensweg begegnen.

Beim Thema „Ich und die Anderen“ wurde mit Hilfe von Fragekarten Meinung erfragt und ausgetauscht. Bei der Station „Berufswahl“ entschieden sich die Teilnehmer für einen Beruf und erläuterten vor laufender Kamera, warum sie die geeignete Person für diesen Ausbildungsplatz sind. Beim Thema „Religion“ durften die Konfis Mitarbeiter zur Frage, was ihnen am Glauben wichtig ist, interviewen. In der katholischen Kirche waren Dinge zu fotografieren, die es in einer Evangelischen Kirche nicht gibt. Gemeindepädagoge Ingo Molter stand die ganze Nacht über für Fragen der Konfis zur Verfügung und freute sich über das große Interesse und die angeregten Gespräche. Weitere Stationen trugen den Titel „Teilen macht Freude“, „Risiko“, „Erholung und Entspannung“, „Essen und Hunger“, „Freunde“, „Ferien und Urlaub“ und auch der „Tod“ war als Thema kein Tabu.

Teamerin Maren Mörsfelder aus Planig war erstaunt, dass ihre muntere Gruppe sich zum Beispiel so gut auf die Entspannungsübungen einlassen konnte. „Anton hat das so gut und überzeugend vermittelt,“ sagt sie, „dass alle mitgemacht haben.“ Teamer Anton hatte mit Kissen und Decken einen Raum gemütlich ausgestaltet und mit ruhiger Stimme die Übungen vorgestellt. „Es hat einfach riesig Spaß gemacht“, sagt er selbst und freut sich schon aufs nächste Mal.

Großen Anklang fand dann die Party im Dorfgemeinschaftshaus. „Die Disco war das Beste und hätte länger gehen können“, melden einige Konfirmanden zurück und dass die Mitarbeiter sehr nett waren. Auch die gute Organisation wird gelobt. „Die Stationen waren toll, doch vielleicht zu viele“ meint eine Konfirmandin.

Nach einem Impuls um Mitternacht zogen sich manche auf ihre Luftmatratze in die Schlafräume zurück. Nachtschwärmer ließen sich aber noch für das Kinoprogramm begeistern oder hatten Spaß daran, ein riesiges buntes Straßenbild mit Farbrollen und Sprühkreide zu gestalten. Wer nachts noch mehr erleben wollte, war zur „Night-light-church“ in die katholische Kirche eingeladen. Dort funkelte ein Kerzenmeer von meditativer Live-Musik untermalt. Thomas Rasch trug mit einfühlsamer Klarinettenmusik zur Atmosphäre bei und unter Leitung von Bettina Maier, Kantorin des Dekanats beteiligten sich hauptsächlich die Mitarbeiter beim Singen der Taizelieder.

Mit einem Sonnenaufgangsimpuls in der Kirche und einem Frühstück endete eine ereignisreiche Konfi-Nacht. Leider waren durch den starken Regen vom Straßengemälde nur noch Farbspuren zu sehen und schemenhaft der Spruch „Du siehst mich“.

Die Konfinacht, ein Kooperationsprojekt von Jugend- und Konfirmandenarbeit, findet auch nächstes Jahr wieder statt.

Text: Margarete Geißler/Sabine Göhl

Bilder: Felix Braun