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14.11.2017

Tag und Nacht auf Luthers Spuren

Abenteuer bestehen bei der Dekanats-Kinderbibelnacht

Ob es stürmt oder schneit, die wackeren Ritterinnen und Ritter, Burgfräulein und Burgvögte rund um Martin Luther ließen sich davon nicht abhalten: Sie erkundeten die mittelalterliche Welt und stellten sich Tag und Nacht großen Herausforderungen. Zur Dekanats-Kinderbibelnacht im Reformationsjubiläumsjahr kamen 40 Kinder aus den unterschiedlichen Orten des Dekanats nach Wendelsheim. Dort ließen sie sich auf das Abenteuer Mittelalter ein - denn natürlich mussten die wackeren jungen Leute jede Menge davon bestehen.

Zum Beispiel durften die Kinder dem Teufel – wie Martin Luther einst - einen mächtigen Schrecken verpassen. Sie benutzten aber statt des legendären Tintenfasses Farbbälle. Ihr Durchhaltevermögen für mögliche Reichstage konnten sie in Teamduellen trainieren. Geschicklichkeit bewiesen sie wie Luther beim Überbringen von kostbaren Botschaften (Eierlauf) oder auch auf der Flucht (Fangen) und alle bauten mit an der großen festen Burg, die im Familiengottesdienst am nächsten Tag sichtbar für alle der Zufluchtsort für Martin Luther alias Junker Jörg wurde. Schon während der Bauphase entspannen sich heftige Diskussionen darüber, wer wohl in der Nacht in der Burg schlafen dürfe.

Alle Kinder samt ihren sieben jugendlichen Konfi-Teamern und acht Kindergottesdienst-Teamern aus den Gemeinden fanden allerdings in der burgähnlich anmutenden Wendelsheimer Kirche Platz, in der auch die Wartburg aus Pappkartons über Nacht entstanden war. Extra für diese Nacht waren einige der Kirchenbänke, die wegen der Bauarbeiten in der Kirche ausgeräumt gewesen waren, noch nicht an ihren Platz zurück gestellt worden. So konnten die Kinder in der Kirche toben, spielen, singen und schließlich schlafen.

Selbstverständlich wurde auch für das leibliche Wohl gesorgt. Die Kinder selbst zauberten mit Unterstützung der Teamer ein mittelalterliches Buffet auf den Abendbrottisch und genossen Rahmflecken und Gemüse nach Lutherart.

Die Mehrzahl der Kinder war dieses Jahr zwischen fünf und acht Jahren, so kehrte auch in der Nacht irgendwann in der Kirche Ruhe ein und alle schöpften Kraft für den nächsten Morgen. Da gab es nämlich noch einmal viel zu tun. Die Kinder entführten ihre Eltern und die Gottesdienstbesucher in das Jahr 1522, in dem Martin Luther seine Übersetzung des Neuen Testaments abschloss und schließlich die Wartburg und seine Deckung verließ. Kinder und Eltern waren begeistert. So eine Dekanatskinderbibelnacht war für die meisten eine ganz neue Erfahrung. Viele sind wie Niklas (6) der Meinung: „Nächstes Mal bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei!“

Text und Bilder: Margarete Geißler