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27.10.2017

"Lasset die Kinder zu mir kommen"

Herbstsynode des Dekanats beschäftigte sich mit den Schwerpunkten Kindergottesdienst und Pfarrdienst in Schulen.

von links: Dekanin Reubold, Pfrin. Ende, Präses Emrich, Pfr. Dr. Meier, Gerda Zinser, Pfrin. Geißler, Pfr. Beutler-Lotz

Gottesdienste mit Kindern sind ein Schatz der Kirche, denn in ihnen leben Vielfalt, Geborgenheit, Gemeinschaft, Begeisterung und Lebensfreude -  hebt das Leitbild für Kindergottesdienste in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) die Bedeutung des Kindergottesdienstes für die Gemeinde hervor. Kinder und Jugendliche standen daher während der 4. Tagung der zwölften Dekanatssynode des Evangelischen Dekanates Wöllstein im Mittelpunkt. Eröffnet wurde sie in der aus dem 15. Jahrhundert stammenden Auferstehungskirche in Planig, die gleichfalls auch beredtes Zeugnis des 500. Jahrestages der Reformation ist.

Pfarrerin Natalie Ende, die nach eigenen Angaben den „schönsten Beruf innerhalb der EKHN“ innehat, nämlich als Referentin für Gottesdienst mit Kindern im Zentrum Verkündigung in Frankfurt, hielt nicht nur die Predigt, sondern machte auch in ihrem anschließenden Referat im Gemeindehaus Chancen und Herausforderungen des Gottesdienstes mit Kindern deutlich. Sie verwies dabei auf die vielfältigen Formen, die sich nicht allein auf den klassischen Kindergottesdienst beschränken. Gemäß dem Jesuswort „Lasset die Kinder zu mir kommen“ wird den Kindern bei der Taufe das Grundangebot von Raum und Zeit in der Gemeinde zugesichert. Zu den Herausforderungen zählt, dass immer weniger Kinder in immer unregelmäßigeren Abständen zu Gottesdiensten kommen. Pfarrerin Natalie Ende stellt einen Traditionsabbruch fest sowie den zunehmenden Trend der Individualisierung. Gleichzeitig machte sie klar, dass der Besuch von Gottesdiensten von den Eltern initialisiert werden müsse.

Mit einer Erhebung über Formen von Gottesdiensten im evangelischen Dekanat Wöllstein zeigten Pfarrerin Margarete Geißler und Gerda Zinser die diesbezügliche Aktivitäten auf. In den 23 Gemeinden des Dekanates gibt es traditionsgemäß viele übergreifende Kindergottesdienste, ein neuer wurde jetzt in Planig installiert. Insgesamt gibt es elf Angebote, die Zahl der jungen Besucher variiert von sechs bis zwölf. Erfreulich seien das Engagement der Mitarbeitenden sowie deren Freude und Lust, in diesem Bereich tätig zu sein.

Wie sich die Vermittlung von Glauben in einer Schule mit Jugendlichen aus ganz unterschiedlichen religiösen Milieus gestalten kann, vermittelte auf sehr anschauliche und lebendige Art und Weise Schulpfarrer Heinz-Günter Beutler-Lotz, Religionslehrer in Wörrstadt und Osthofen. „Du bist doch Pfarrer“: so ähnlich begännen manchmal Gespräche auch mit Kirchenfernen, so der Pfarrer, dessen Credo lautet: „Diskutieren statt missionieren“.
Religionsunterricht wird an allen Schulen in Rheinland-Pfalz erteilt, so Dr. Christoph Meier vom kirchlichen Schulamt in Mainz. In dessen Zuständigkeitsbereich sind 40 Pfarrer hauptamtlich tätig und leisten auch Seelsorge.

Ende September wurde der neue Vorstand der Jugendvertretung des Dekanats Wöllstein gewählt. Die 1. Vorsitzende, Marina Lukas aus Planig, und deren Stellvertreterin, Rabea Mörsfelder aus Pfaffen-Schwabenheim nahmen an der Synodentagung teil und stellten sich vor.

Dekanin Monika Reubold und Präses Herbert Emrich informierten in einer abschließenden Runde die Synodalen über den Stand der Dinge in puncto Fusion -  „ ein Dauerbrenner", so der Präses - und die Besetzung von Pfarrstellen im Dekanat, bevor die Synode mit einem Vaterunser endete.

Text und Bild: Luise Lutterbach