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02.10.2017

"Die Reise nach Klaröfa"

Kinderkonzert im Rahmen der 19. Wörrstädter Bachwoche

Karen Schreckegast-Humm

Trio des Landespolizeiorchesters RLP

In der Musik steckt manchmal eine kurzsichtige Schlange oder auch eine tolle Liebesgeschichte, dazu ganz viel Bewegung und Gefühl. Das erlebten schon die Allerkleinsten beim Kinderkonzert der Wörrstädter Bachwoche in der Evangelischen Laurentiuskirche.
Auf die 'Reise zur Insel Klaröfa' machten sich über vierzig Kinder von drei bis vierzehn mit ihren Eltern, Großeltern und Begleitern. Sie tanzten, lachten und sahen ganz genau zu, wie sich zum Beispiel die Klarinette in eine Schlange verwandelte und sich selbst Stück für Stück zerlegte. Drei Musiker des Landespolizeiorchesters Rheinlandpfalz hatten ihre Instrumente dabei und damit alles, was sie für diese Reise brauchten. Mit Klarinette, Flöte und Fagott ging es auf die Insel Klar(inette)(Fl)ö(te)fa(gott), und die Kinder waren begeistert dabei. Gebannt lauschten sie der traurigen Geschichte der bedauernswert kurzsichtigen Schlange. Ihre Not, während sie ohne ihre Brille nach einem Abendessen sucht, war im Klarinettenspiel deutlich zu hören. Auf der Insel waren die Kinder dann unter anderem zur Kinderoper Don Giovanni und zum Tanz auf ein Schloss eingeladen. Der edle Don Giovanni sprach durch den Klang des Fagotts, seine Angebetete Zerlina durch die Stimme der Querflöte. Bei der Geschichte rund um den Hirtengott Pan wurde das Trio schauspielerisch durch den Kinderchor der Evangelischen Kirchengemeinde Wörrstadt unterstützt.
Dekanatskantorin Bettina Maier hat auch die diesjährigen Bachwoche organisiert und die Reise nach Klaröfa in Wörrstadt möglich gemacht. Mit dem Ensemble des Landespolizeiorchesters Rheinlandpfalz hat sie eine gute Wahl getroffen. Sehr einfühlsam nahmen die Musiker des Holzbläsertrios und die Leiterin der AG Musikvermittlung und Konzertpädagogik, Karen Schreckegast-Humm, die kleinen und großen Zuhörer mit auf die Reise. Die Kinder und Erwachsenen waren zu jeder Zeit in das Konzert eingebunden. Moritz (6) aus Wörrstadt fand das ganze Konzert „einfach toll“ und Mutter Nina Bucher war begeistert, einmal so fantasiereich eine Klarinette erklärt und zerlegt zu bekommen. „Das habe ich so noch nie gesehen“, sagt sie.

Zum Abschluss des Konzerts waren alle schon in der Kirche zum „Nachhausemarsch“ unterwegs und bekamen Lust gemacht, auch zuhause selber mal Musik zu erfinden. „Das geht nämlich mit ganz vielen Sachen,“ sagt Karen Schreckegast-Humm. „Mit Töpfen, Löffeln, einfach mal ausprobieren.“ Wer Gefallen an der Musik gefunden hat, kann es aber auch mit Singen probieren. Der Kinderchor in Wörrstadt probt montags im Evangelischen Gemeindehaus in der Hermannstraße.

Text und Bilder: Margarete Geißler