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07.07.2017

Köstlichkeiten für alle Sinne aus Martin Luthers Zeit

In der Reihe "Das Dekanat liest ein Buch" gab es literarische, schauspielerische und andere Köstlichkeiten.

"Burgreinigungsteam" mit "Gästeführerin"

"Burgreinigungsteam" in Aktion

"Reinigungsteam", "Gästeführerin" und Fachstelleninhaber Bildung

Selbstgebackenes "Lutherbrot"

Mit literarischen und musikalischen Kostproben zum Mitmachen und deftigen Köstlichkeiten näherte sich die Veranstaltungsreihe des evangelischen Dekanates Wöllstein „Das Dekanat liest ein Buch“ in der evangelischen Kirche in Wöllstein der Zeit Martin Luthers. In einem szenischen Vorspiel ging es mit einer Gästeführerin und drei Reinigungsdamen in die mittelalterliche Wartburg bei Eisenach. Eine Ledertasche mit Kutte und Ablassbriefen führte direkt in die Thematik ein. Locker, unterhaltsam und informativ wusste das mittelalterliche Burgreinigungsteam die Gedankenwelt Luthers zu vermitteln.

Nicht nur, was Katharina von Bora im gemeinsamen Haushalt im ehemaligen Augustinerkloster geleistet hat, sondern auch was sie für ihren Martinus gefühlt hat, das konnte Jutta Mann ebenso überzeugend wie ergreifend beim Vortragen eines Briefes der „Lutherin“ an ihren verstorbenen Mann verdeutlichen. Mit den Musikern  Franz-Josef Lenges und Erika Tröger konnten die Anwesenden in der Wöllsteiner Kirche selbst  interaktiv werden und gemeinsam Lieder aus der Feder von Martin Luther singen, die zuvor von  Erika Tröger in ihrem zeitgeschichtlichen Kontext vorgestellt worden waren.

Das Buch von Michael Landgraf „Der Protestant“ steht noch bis Ende August im Mittelpunkt der Reihe „Das Dekanat liest ein Buch“. Mittels der Person des Jakob Ziegler, eines Weinhändlersohnes aus Neustadt, der den sozialen Aufstieg dank Intelligenz und Stipendien zum Jurastudium schaffte und so im Dienst des Kurfürsten in Heidelberg direkt am Puls der Zeit war, erlebt der Leser eine packende und historisch sehr fundierte Darstellung der umwälzenden Ereignisse der damaligen Zeit. Der Inhaber der Fachstelle Bildung, Dr. Richard Auernheimer, verstand es, auch mit der Lesung eines Kapitels des Buches die Anwesenden augenblicklich in die Atmosphäre des Reichstages in Worms zu versetzen, als Luther seine Thesen nicht widerrufen wollte und konnte.

Mit köstlich schmeckender Rauchbutter, pikantem Kräuterquark und an Stollen erinnerndes Lutherbrot, das heute noch zu Ehren Luthers gebacken wird, konnten die Besucher sich auch ein Bild des „kulinarischen“ Luthers machen, der ja bekanntermaßen auch kein Kostverächter war.

Nächste Veranstaltung: Mittwoch, 12. Juli, 16.30 Uhr, Treffen des Wörrstädter Literaturkreises in der Bibliothek des Schulzentrums zur Diskussion über das Buch „Der Protestant“.

Text und Fotos: Luise Lutterbach

Foto mit „Reinigungsteam“, „Gästeführerin“ und Fachstelleninhaber Bildung (von links): Ellen Ebling, Dr. Auernheimer, Diana Heimann, Jutta Mann, Heike Paulus-Nowak.