EKHN.TV


Videos und Audio-Slideshows mit spannenden Geschichten aus Hessen und Nassau. Hier geht's zu EKHN.TV

28.08.2018

Für Kirche nah bei den Menschen

Gerhard Fitting ist neuer Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Dexheim - Schwabsburg

Gerhard Fitting, neuer Gemeindepfarrer in Dexheim-Schwabsburg.

(v.l.n.r.): Pfarrer Michael Riedl, Dekan Michael Graebsch, Pfarrer Gerhard Fitting, Pfarrer Henner Eurich

Schwabsburg / Dexheim. „Ich freue mich darauf, mit vielen Menschen in meinen Dörfern ins Gespräch zu kommen, damit sie Kirche kennenlernen“, sagt Gerhard Fitting. Für den neuen Gemeindepfarrer bedeutet Glaube vor allem Begegnung.

Als „Königsdisziplin“ sieht Gerhard Fitting die vielfältigen Aufgaben an, die er als Pfarrer für die evangelische Kirchengemeinde Dexheim-Schwabsburg übernimmt, um Kirche einladend zu gestalten. „Für mich schließt sich ein Kreis“, sagt der gebürtige Rheinhesse, der aus Dolgesheim stammt. Jahrgang 1957, hatte ihn das Theologiestudium nach Mainz, Heidelberg und Marburg geführt. Nach dem Vikariat in Oberhessen und dem Spezialvikariat in einem Kinderheim war er unter anderem als theologischer Leiter des Deutschen Jugendverbandes „Entschieden für Christus“ (EC) e.V. als Bundespfarrer in Kassel tätig. Weitere berufliche Stationen führten Gerhard Fitting von 1993 bis 2000 als Gemeindepfarrer nach Wallenrod/Reuters und als Schulpfarrer an die Haut-Realschule und das Gymnasium Lauterbach.

Am Wormser Eleonoren-Gymnasium war er von 2000 bis 2018 tätig. Neben seinem Dienst als Schulpfarrer und Seelsorger wurde er auch für die Jugendchorarbeit an der Schule geschätzt, die er ehrenamtlich betreute. Seit 2009 war er außerdem Kirchenmitglied und ehrenamtlich Aktiver in Dexheim, wo er mit Pfarrer Michael Riedl zusammenarbeitete. Sein Vorgänger habe ein gutes Fundament gelegt, betont er. Als dieser Ende 2017 nach neunjähriger Amtszeit wechselte, seien die Kirchenvorstände an ihn herangetreten, mit der Anfrage, nun in den Orten als Gemeindepfarrer weiterzuarbeiten. Somit sei man bereits gut vertraut miteinander.

Eines seiner Vorhaben ist es, weitere Ebenen zur Begegnung zu schaffen, auch mit Vereinen im Ort. Besondere Anlässe wie Trauung oder Taufe möchte er nutzen, um Kirche bekannter zu machen. Neben den jungen Leuten selbst hat er bei der Vorbereitung auf die Konfirmation die Eltern mit im Blick. Was Familien bewegt, das kennt Gerhard Fitting nicht nur aus der Schule und Gemeindearbeit, sondern auch aus eigener Erfahrung, als Vater von fünf erwachsenen Kindern und siebenfacher Großvater.

Gottesdienstbesucher aller Generationen begleiteten seine feierliche Amtseinführung durch Dekan Michael Graebsch in der Schwabsburger Kirche. Gesungene Segenswünsche überbrachte der Kirchenchor, die Bläser begleiteten Lieder und spielten glanzvolle Hymnen. Bewegend wirkte das Lied „You raise me up“ mit Gitarrenklang. Zu den Schwerpunkten seiner Tätigkeit in Schule und Gemeinde zählten für Gerhard Fitting bisher schon die Arbeit mit Chören; gern gestaltet er moderne und thematische Gottesdienste. Da ihm die Musik in Beruf und Freizeit so sehr am Herzen liegt, gab es kleine Noten als Geschenke mit Symbolkraft, kombiniert mit dem Lied „Du bist ein Ton in Gottes Melodie“. Segensworte und gute Wünsche gaben ihm Wegbegleiter wie Henner Eurich aus Alsfeld als befreundeter Pfarrer mit, für seine bevorstehende wohl letzte Etappe des aktiven Berufslebens.

Gerührt von der ihm entgegengebrachten Anerkennung, sprach Gerhard Fitting auch in seiner Antrittspredigt von einem „lebendigen Gott, der uns Freude schenkt“. Ausgehend von der Bibel spannte er einen Bogen zu Chancen und Herausforderungen der heutigen Zeit. Großen Wert legte er dabei auf die Liebe zu den Mitmenschen, gelebte Gemeinschaft und „ein weites Herz für die Welt“. Sein Lieblingsvers lautet „So lebe nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir!“ (Gal 2,20). „Gott möchte mit jedem Menschen ein Team, ein ´Wir`, bilden und dadurch Kraft zum Leben, Glaube, Liebe und Hoffnung schenken“, findet der Pfarrer. Mit Enkelkind auf dem Arm und herzlichen Worten grüßte er beim gemeinsamen Empfang der beiden Gemeinden. Als echter „rhoihessischer Bub“ freute er sich über „Weck, Worscht und Woi“ als Präsente.