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12.04.2018

Viel Gutes auf den Weg gebracht

Mit einem feierlichen Gottesdienst wurde Pfarrer Richard Dautermann aus seinem Dienst in Nierstein verabschiedet

14 Jahre lang war Richard Dautermann Pfarrer in Nierstein.

Respekt vor dem Leben und vor dem Nächsten sei das...

...was wirklich zähle im Leben, betonte der Pfarrer in seiner Predigt.

Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch bot sich beim anschließenden Umtrunk im Johannes-Busch-Haus.

An der Pforte der Niersteiner Martinskirche schüttelte Richard Dautermann noch einmal viele Hände. Abschiede sind auch Tore zu neuen Welten: Dieser Weisheit, die Albert Einstein zugeschrieben wird, kann sich der Gemeindepfarrer anschließen. An seiner bisherigen Wirkungsstätte, der evangelischen Kirchengemeinde Nierstein, wurde der Pfarrer am 8. April mit einem feierlichen Gottesdienst sowie zahlreichen Wegbegleitern verabschiedet, um künftig im Auftrag der Propstei Rheinhessen und Nassauer Land Vertretungsdienste zu übernehmen. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst mit Michael Graebsch (Dekan im Evangelischen Dekanat Oppenheim und Pfarrer in Nierstein) und der stellvertretenden Dekanin Manuela Rimbach-Sator vom Posaunen- und Kirchenchor sowie Dr. Katrin Bibiella an der Orgel.

Nach 14 Jahren als Pfarrer in Nierstein verlässt Richard Dautermann das „Schiff, das sich Gemeinde nennt“. Wie es im dazu passend ausgewählten Lied heißt, sind alle aufgefordert, ihren eigenen Beitrag zu leisten zum gemeinsamen Ziel, damit das Ganze gelingen kann. In der Predigt spannte der scheidende Gemeindepfarrer den Bogen von der Bibel und dem Blick in die Geschichte zur heutigen Zeit und seinen Wertvorstellungen. Nicht Hab und Gut sei das, was wirklich zähle im Leben, betonte er. Vielmehr sei die Liebe das höchste Gebot: Respekt vor dem Leben und vor dem Nächsten. „Andere so zu achten wie man selbst behandelt werden will: Dazu habe ich oft gepredigt, so ist mein Glaube“, sagte Richard Dautermann. Dankbar für alles, was in den vergangenen Jahren gemeinsam erlebt und erreicht wurde, schaut er gern zurück auf viele Begegnungen. Wegbegleiter gaben ihm gute Wünsche und Segensworte mit. Sie alle waren gekommen, um teilzuhaben und Abschied zu nehmen. Zunächst in der Kirche, im Anschluss bei einem gemeinsamen Umtrunk im Johannes-Busch-Haus.

Menschen zusammenbringen

Früchte seines Wirkens kann die Gemeinde schon derzeit und auch künftig ernten: Dies war Tenor der Gruß- und Dankesworte an Pfarrer Dautermann aus mehreren Einrichtungen. Gewürdigt wurde die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihm als kompetenten, erfahrenen Ansprechpartner, der sich für eine gute ökumenische Zusammenarbeit und gelebte Diakonie eingesetzt hatte. Geschätzt wurden seine neuen Anregungen und Offenheit, auch für andere Gottesdienstformen. Gern denkt er an Geschichten für Kita-Kinder, den Religionsunterricht und die Konfirmandenarbeit. An diesem Herzstück seiner Tätigkeit mochte er die Gespräche mit jungen Leuten und Eltern ebenso wie die Freizeiten. Neben Gottesdiensten, Besuchen und Seelsorgegesprächen war er sehr engagiert, um die Herausforderungen einiger Bauvorhaben zu meistern, in Kooperation mit Gemeinde und Stadt. So wurde die Kita „Morgenstern“ saniert und zu einer modernen Einrichtung mit über 30 Mitarbeitenden und Krippenausbau. Ein weiteres Vorhaben, für das sich Richard Dautermann einsetzte, war der Aufbau des Familienzentrums. Bewährt hat es sich als Ort, an dem Menschen aller Generationen zusammenkommen, auch weit über die Gemeinde hinaus, lobte Sabine Bachmann-Pilz den Weitblick bei der Gründung. Zudem dankte die Vorsitzende des Kirchenvorstandes für die enorme Unterstützung nach dem Altarbrand in der Martinskirche und bei der Weiterentwicklung des Johannes-Busch-Hauses. Am Herzen liegt dem Theologen vor allem der Raum der Stille, für den er sich stark gemacht hatte. Als Zentrum des Hauses sollte dieser weiterhin für Andachten genutzt werden, wünscht er sich.

In Nierstein wird Richard Dautermann wohnen bleiben. Ab dem 15. Mai wird er als Beigabe des Propstes für Rheinhessen und das Nassauer Land, Dr. Klaus-Volker Schütz, andere Aufgaben übernehmen, speziell Vertretungsdienste in anderen Kirchengemeinden. Er freut sich darauf, in seinen letzten beiden Berufsjahren vor dem Ruhestand noch viel Neues kennenzulernen.

Fotos: Evangelisches Dekant Oppenheim