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04.12.2017

Neubeginn im Advent

Feierlicher Gottesdienst: Harald Esders-Winterberg übernimmt halbe Pfarrstelle in Ober-Saulheim

Foto: Evangelisches Dekanat Oppenheim

Seit 1. Dezember ist Harald Esders-Winterberg Gemeindepfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Ober-Saulheim. Im Gottesdienst am ersten Advent wurde er feierlich in das neue Amt eingeführt.

Feierliche Klänge, ob von der restaurierten Orgel, Posaunen, Chorgesang und Gemeindeliedern, bildeten den stimmungsvollen Rahmen für die Amtseinführung von Pfarrer Harald Esders-Winterberg am ersten Advent. Von Gottesdienstbesuchern aller Generationen wurde er herzlich willkommen geheißen. Froh über diesen Neubeginn ist auch Dekan Michael Graebsch:  „Wir freuen uns sehr, dass die halbe Stelle wieder so schnell besetzt werden konnte", betonte er. Zuständig für Ober-Saulheim war von 2002 bis Ende September 2017 Pfarrer Norbert Ansorg, die Vakanzzeit dauerte somit nur drei Monate. Quasi „grenzübergreifend“ sei Harald Esders-Winterberg tätig, der Erfahrung aus der Gemeindearbeit mitbringt und eine weitere halbe Stelle in Partenheim und Vendersheim inne hat, sagte Michael Graebsch, mit Blick auf die geplante Fusion der beiden Dekanate Ingelheim und Oppenheim. Segenswünsche wurden ihm für sein Wirken in Ober-Saulheim mit auf den Weg gegeben.

In seiner Antrittspredigt sprach er vom Advent als einer Zeit der Sehnsucht und Hoffnung, des Suchens, Besinnens und auch der Melancholie. Beliebte Bräuche weckten Erinnerungen an die Kindheit, Vertrautes schaffe Verbindungen zwischen Menschen. Ausgehend vom Lesungstext über ein „Buch mit sieben Siegeln“ spannte er den Bogen von der Bibel zum Hier und Heute: Dinge blieben unverständlich, bei schnellen Veränderungen in der Gesellschaft schienen einige Traditionen nicht mehr zu passen. Auch Herausforderungen in der Welt sprach er an, wie Kriege, Hunger und Lebensmittelverschwendung. „Gott kommt nicht als starker Held und mächtiger König“, gab er allen Zuhörern als Botschaft mit, „im Kleinen, Zarten, Verletzlichen ist er mitten unter uns“.

Herzlich gestaltete sich auch der Empfang im Gemeindehaus, bei dem ihm „Salemer Woi“ als Willkommensgruß überreicht wurde. Ortsbürgermeister Martin Fölix hatte auch einen Schirm mitgebracht, als symbolisches Präsent, um den neuen Pfarrer nicht im Regen stehen zu lassen. Groß ist die Vorfreude auf eine gute Zusammenarbeit, ob ökumenisch oder mit Pfarrer Mathias Engelbrecht in Nieder-Saulheim. Karin Eckler hatte sich als Vorsitzende des Kirchenvorstands für die rasche Neubesetzung stark gemacht und kann sich neue Gottesdienstformate und andere Veranstaltungen gut vorstellen, vor allem um wieder mehr junge Menschen anzusprechen.

Die Gemeinde möchte Harald Esders-Winterberg in den kommenden Monaten kennenlernen und schauen, was ihr wert und wichtig ist, was es zu bewahren gilt aber auch gemeinsam Neues zu wagen. Vertrauensvoll schaut der Seelsorger in die Zukunft und ist offen für neue Anregungen.

Zur Person: Harald Esders-Winterberg, Jahrgang 1962, stammt aus Mainz; dort und in Marburg hat er sein Theologiestudium absolviert, nach einem Studium der Mathematik. Nach Stationen in der Öffentlichkeitsarbeit der Landeskirche oder an der Ingelheimer Burgkirche ist er seit 17 Jahren Seelsorger in Partenheim und Vendersheim, wo er sich mit Ehefrau Sylvia Winterberg eine Pfarrstelle teilt. Das Paar hat inzwischen erwachsene Zwillingstöchter.