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12.09.2017

Moderne musikalische Schätze gehoben

Oppenheimer Festgottesdienst stellt mit dem „EGplus“ die Ergänzung zum evangelischen Gesangbuch vor

OPPENHEIM – „Es soll nah bei den Menschen sein und uns zu einer großen Gemeinschaft verbinden“, hoch sind die Erwartungen, die die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) an das rund 300 Seiten starke Ergänzungsheft zu ihrem 1994 aufgelegten Evangelischen Gesangbuch stellen. Am Sonntag, den 10. September, wurde in der Oppenheimer Katharinenkirche dieses in dunklem Violett gehaltene „EGplus“ mit einem großen musikalischen Gottesdienst für die Propstei in Rheinhessen eingeführt. Die Pfarrerin und Vizedekanin des Dekanates Oppenheim, Manuela Rimbach-Sator, stellte das neuen Beiheft im Gottesdienst vor. Der Propst für Rheinhessen, Dr. Klaus-Volker Schütz, hielt die Festpredigt und bezeichnete das Singen und die Musik als ganz besondere Kraftquelle: „Musik ist immer etwas Gemeinschaftliches, das den Zusammenhalt einer Gruppe stärkt“. Musik sei, so Schütz, eine Gottesgabe und Menschenkunst und bringe immer wieder neue Lieder hervor.

Ganz neu sind die 164 Lieder, die in der Gesangbuchergänzung zusammengetragen wurden, allerdings nicht. Viele von ihnen haben sich bereits, z.B. auf Kirchentagen, bewährt. Zu ihnen gehören neben Popsongs auch Lobpreislieder, Gospels und Stücke aus aller Welt, wie etwa „Amazing Grace“, aber auch die Fußballhymne „You’ll never walk alone“ oder, unter der Rubrik „Sterben, Ewiges Leben, Bestattung“, die Ballade von Blues-Sänger Eric Clapton „Tears in heaven“. Dem bisherigen Mangel an modernem Liedgut z.B. für Trauerfeiern oder Trauungen soll so abgeholfen werden. Eine stilistisch vielfältige Liedauswahl soll ein „generationenübergreifendes“ Singen ermöglichen. 17 der von einem 21-köpfigen Team der beiden Landeskirchen ausgewählten Lieder wurden in dem Oppenheimer Festgottesdienst von den rheinhessischen Sänger- und Bläserchören unter der Leitung des Oppenheimer Propsteikantors Ralf Bibiella, Landesposaunenwart Johannes Kunkel und dem rheinhessischen Kantorenkollegium dem zahlreich erschienen Publikum vorgestellt.

Gleich vierstimmig erschallte das Kyrie, die Nummer 44 im EGplus, durch das hohe gotische Kirchenschiff. Die Männer nahmen sich nach dem Vorsingen durch Propsteikantor Ralf Bibiella der tiefen Stimmen an, die Frauen versuchten die hohen Töne. Gemeinsam mit der Orgel, gespielt von Dr. Katrin Bibiella, wurde das „Herr erbarme dich“ zu einem Klangerlebnis. Die Nummer 50, „Ich sage Ja“ von Okko Herlyn, ein Glaubensbekenntnis-Lied, erklang als gemeinsam gesungene Antwort auf dessen Wort und Ruf. Das mündlich überlieferte Halleluja, Nummer 48 im EGplus, entstammt der Kinderliturgie. Entsprechend war etwas Bewegung gefordert: Beim Halleluja standen die Frauen, das „Preiset den Herrn“ sangen die Männer im Stehen.

„Schon Martin Luther habe Musik und Gesang einen hohen Stellenwert beigemessen“, erläuterte Propst Schütz den Zuhörern seiner Festpredigt, unter denen sich auch Dr. Ulrich Oelschläger, Präses der EKHN-Kirchensynode befand, dies sei auch an dem Ausspruch des Reformators: „Evangelium heißt auf Deutsch die gute Botschaft, davon man singt und sagt und fröhlich ist“, zu erkennen. Und aus dieser Erkenntnis heraus, werden auf den großen Festgottesdienst in Oppenheim sicherlich noch weitere Musik-Gottesdienste folgen. Denn, so Propsteikantor Bibiella: „Das EGplus ist eine schöne Bereicherung. Die neuen Texte sind uns heute oft näher“, und er versprach, im kommenden Jahr im Rahmen einer Predigtreihe mit Pfarrerin Manuela Rimbach-Sator einige der neuen Schätze aus dem EGplus gezielt vorzustellen.