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16.03.2017

Bibel als gemeinsame Grundlage, die trägt

Singen und beten - Ökumenischer Festgottesdienst in Eimsheim

Personen v.l.n.r.: Pfarrer Winfried Hommel, Pfarrerin Anne-Dore Schäfer, Gemeindereferentin Agnes Hilsendegen, Pfarrerin Esther Gröschel und Pfarrer Markus Warsberg. Foto: Evangelisches Dekanat Oppenheim

Die evangelischen Kirchengemeinden Dolgesheim, Weinolsheim, Dalheim, Uelversheim und Eimsheim sowie die katholische Pfarrei Sankt Maria Magdalena (Friesenheim, Undenheim, Weinolsheim) gedachten am Sonntag Reminiscere in einem gemeinsamen ökumenischen Festgottesdienst der Reformation.

Die untergehende Frühlingssonne taucht die Landschaft um die Berggemeinde Eimsheim ins warme Abendlicht. In der evangelischen Erlöserkirche stimmt die Festgemeinde lautstark das ökumenische Eingangslied „Die güldne Sonne voll Freud und Wonne“ an. Musik nimmt einen großen Raum im festlichen Abendgottesdienst ein, ein besonderes Augenmerk liegt auf den Liedern und Chorälen aus der Feder von Martin Luther. „Nun freut euch, lieben Christeng’mein, und lasst uns fröhlich springen“, „Eine feste Burg ist unser Gott“, „Vater unser im Himmelreich“ und „Verleih und Frieden gnädiglich“ zeugen von der musikalischen Schaffenskraft des Reformators. „Musik hören und singen, die in der Reformation ihren Ursprung hat und uns dennoch verbindet“ ist eine Facette des Gottesdienstes, dem der Gesang des ökumenischen Projektchors unter Leitung von Franz Josef Schefer eine festliche Note verleiht.

Pfarrer Markus Warsberg der katholischen Gemeinde Sankt Maria Magdalena zählt fünf Gründe auf, weshalb Katholiken das Jubiläum „500 Jahre Reformation“ mit Freude und Begeisterung mitfeiern. Zwar gebe es auch 500 Jahre nach der Reformation noch Unterschiede. „Die kleistern wir auch nicht zu. Aber wir sprechen miteinander das Glaubensbekenntnis. Wir beten miteinander“, nennt er ein Beispiel.
 
Gemeinsam beten -  miteinander, füreinander


Diesen Gedanken greift Pfarrerin Anne-Dore Schäfer in ihrer Predigt auf. „Reformation ist etwas, was unsere Herzen berührt, unsere Herzen bewegt“, sagt die Seelsorgerin der Gemeinden Uelversheim, Eimsheim und Dalheim. Ein verbindendes Element beider Konfessionen sei das Gebet. Obwohl aus verschiedenen Kirchengemeinden und Konfessionen zusammengekommen, könne man in unseren Tagen sowohl Jesu Gebeten zuhören, als auch gemeinsam die Gebete sprechen, die Jesus gesprochen habe. Ihre Gedanken verbindet sie mit Predigtabschnitten des Reformators, um einen Eindruck zu vermitteln, was Luther in der heutigen Zeit an ihrer Stelle sprechen würde.

Menschen beten nicht nur miteinander, sondern auch füreinander und nehmen Anteil aneinander. „Wir wissen, wenn uns die Worte fehlen, beten andere sie für uns.“ So sei es für sie immer sehr berührend gewesen, „wenn im Glauben erfahrene Menschen ein Gebet gesprochen haben“, schildert die Pfarrerin. Die Gemeinschaft aller Glaubenden sei tief verwurzelt in Jesus Christus und Gott Vater. Der gemeinsame Weg beider Konfessionen sei nicht immer leicht, die Traditionen vielfältig, unterschiedlich und schützenswert. Als verbindenden Punkt nennt sie den christlichen Glauben und das Lesen der Heiligen Schrift – ein „gemeinsamer Schatz“.

Als Zeichen der gemeinsamen Glaubensgrundlage, „die uns als Christen und als Gemeinden trägt“, überreichen Pfarrerin Anne-Dore Schäfer und Pfarrerin Esther Gröschel (Dolgesheim und Weinolsheim) die revidierte Lutherbibel 2017 der Evangelischen Kirche in Deutschland an Pfarrer Warsberg, Pfarrer Winfried Hommel und Gemeindereferentin Agnes Hilsendegen. Aus deren Händen empfangen die beiden Pfarrerinnen die überarbeitete Einheitsübersetzung des Katholischen Bibelwerks, die seit Dezember 2016 erhältlich ist. Am Büchertisch können im Anschluss an den Festgottesdienst Bibeln in unterschiedlichen Übersetzungen erworben werden.

Weitere ökumenische Veranstaltungen im Reformationsjubiläumsjahr


Im Jahr des Reformationsjubiläums laden die Kirchengemeinden zu weiteren ökumenischen Veranstaltungen ein. So findet am 31. Oktober 2017 um 14 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus Weinolsheim, Gaustraße 8, das ökumenische Kinderprojekt „Die Bibel neu entdecken“ statt. Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren sind zu einem erlebnisreichen Nachmittag eingeladen, um Martin Luther kennenzulernen. Sie können malen, drucken, musizieren, spielen und vieles mehr.

Ein erster ökumenischer Taizé-Gottesdienst ist für den Buß- und Bettag geplant, weitere Taizé-Gottesdienste sind im kommenden Jahr vorgesehen.