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03.07.2018

Ein Engel für junge Familien sein

Waffelstand in der Ludwigsstraße: „wellcome“-Projekt der Familienbildung sucht noch Mitstreiter

Wie kann man „wellcome-Engel“ werden? Familienbildungs-Referentin Sybille Beiler-Matthäi (2. v. li.), „wellcome“-Koordinatorin Simone Jaensch (re.) und Mitarbeiterin Sabine Zielke (Mitte) verteilen Waffeln und Informationen. Natascha Hamm (li., mit Töchterchen Melissa) und Anneliese Abu El-Ez (2. v. re.) sind von dem Projekt begeistert - auch wenn dieses Ehrenamt derzeit leider nicht in ihre eigene Lebenssituation passt.

24 Eier, einen Liter Milch, zwei Kilo Mehl und ein Kilo Zucker, das Ganze verarbeitet zu leckeren Waffeln, brachten die Mitarbeiterinnen des „wellcome“-Projekts der Familienbildung im Evangelischen Dekanat Mainz unters Volk. Ziel der Aktion, mitten zur Hauptgeschäftszeit in der Ludwigsstraße: Die Passanten zu informieren über das Projekt, das seit drei Jahren in Mainz frisch gebackenen Eltern den Start ins Familienleben erleichtern will. Und um auf diesem Weg weitere Familien, vor allen aber weitere Ehrenamtliche, zu gewinnen. So wurden die duftenden Waffelherzen angereichert mit jeder Menge Information, ob im persönlichen Gespräch oder über Flyer, Infobroschüren und Visitenkärtchen.

Derzeit sind es acht junge Familien, bei denen zwei bis drei Mal pro Woche ein sogenannter „wellcome-Engel“ vorbeischaut und für ein paar Stunden da anpackt, wo es nötig ist in dem noch ungewohnten Alltag mit dem neuen Familienzuwachs. Beim Füttern helfen, mit dem Baby spazieren fahren, mit dem Geschwisterkind spielen. Oder auch einfach mal zuhören. „,Wellcome‘ will Eltern entlasten, bevor eine Überforderung droht“, sagt Simone Jaensch, die das Projekt seit zwei Jahren koordiniert. Selbst zweifache Mutter, weiß die Sozialpädagogin und ausgebildete Familienbegleiterin, wovon sie spricht. „Ich selbst hatte das Glück, Großeltern vor Ort zu haben, als die Kinder kamen. Aber das hat ja längst nicht jeder.“

Entsprechend kann die Evangelische Familienbildung den Bedarf kaum decken. „Aktuell stehen acht Familien auf der Warteliste“, sagt Jaensch. „Deshalb freuen wir uns über jeden, der etwas von seiner Zeit und seiner Erfahrung weitergeben will und kann.“ Zurück bekommen die Ehrenamtlichen nicht nur eine zeitlich flexible, sinnvolle Aufgabe im Kontakt mit Kindern, sondern auch fachliche Begleitung durch die Koordinatorin und regelmäßigen Austausch mit anderen Ehrenamtlichen. Es besteht Versicherungsschutz, die Fahrtkosten werden erstattet.

Kontakt: Evangelische Familienbildung Mainz, Simone Jaensch, Telefon 06131 9600-446 (Di, 9-11 Uhr), E-Mail mainz(at)wellcome-online.de  

 

     

„wellcome“-Projekt

Das „wellcome“-Projekt wurde 2002 in Hamburg ins Leben gerufen, um praktische Hilfe nach der Geburt durch Ehrenamtliche anzubieten. Schirmherrin ist Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.  Aktuell unterstützen mehr als 4000 Ehrenamtliche etwa ebenso viele Familien an knapp 250 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Insgesamt leisten sie dabei fast 100 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit.

Weitere Infos: www.wellcome-online.de