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18.06.2018

Musik als edelste Sprache des Glaubens vermittelt

Altmünstergemeinde verabschiedet langjährigen Kantor und Organist Prof. Eberhard Volk offiziell in den Ruhestand

Prof Eberhard Volk mit der Altmünsterkantorei. (Foto: Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Mainz)

Verabschiedeten den verdienten Kirchenmusiker Prof Eberhard Volk (Mitte) in den Ruhestand: Pfarrer Hendrik Maskus von der Altmünstergemeinde (links) und Propst Klaus-Volker Schütz. (Foto: Evangelische Öffentlichkeitsarbeit Mainz)

Als einer der langjährigsten Kirchenmusiker überhaupt hat Prof. Eberhard Volk die Gottesdienste der Altmünstergemeinde und das kulturelle Leben in Mainz bereichert. Nach fast 57 Jahren wurde der Kantor und Organist in den Ruhestand verabschiedet.
Dank und Anerkennung brachten die Gottesdienstbesucher in der Altmünsterkirche mit lang anhaltendem Beifall im Stehen zum Ausdruck. Zeichen für das hohe Ansehen, das sich Professor

Ära geht zu Ende

Eberhard Volk in seiner kirchenmusikalischen Tätigkeit für die Gemeinde und weit darüber hinaus erworben hatte, doch auch dafür, dass eine Ära zu Ende geht.
Seinem Leitspruch „Soli deo gloria“ folgend, so Pfarrer Hendrik Maskus, habe Volk in mehr als einem halben Jahrhundert die Musik, als „edelste Sprache des Glaubenswohls tausenden Menschen nahegebracht“: als gesungenes Gotteslob und auf der „Königin der Instrumente“. Die Möglichkeit, Gott auf musikalische Weise zu loben, mit allem, was in uns ist, einer ganzen Bandbreite an Gefühlen, Schönem wie Schwerem, hob auch Dr. Klaus-Volker Schütz hervor. In seiner Predigt würdigte der Propst für Rheinhessen und das Nassauer Land Werke von Johann Sebastian Bach: In ihnen sei eine Ahnung von Gottes Geist und Ewigkeit spürbar.

Entpflichtung mit Streichquartett und Solisten

Werke des großen Komponisten wurden im Festgottesdienst meisterhaft dargeboten und verliehen der feierlichen Entpflichtung einen würdevollen Rahmen. Streichquartett und Solisten begleiteten die Altmünsterkantorei, für deren Sängerinnen und Sänger ebenfalls ein Lebensabschnitt zu Ende geht.

In rund 3000 Chorproben hatte sich im Lauf der Jahrzehnte nebeneinem hohen musikalischen Niveau auch eine gute Gemeinschaft entwickelt. Dankbar und stolz auf gemeinsam Erreichtes verabschiedeten sich die Mitwirkenden mit guten Wünschen und Blumen, die zu einem riesigen Strauß wurden. Außer über Gesangsdarbietugen und weitere Geschenke freute sich Volk über Konzertkarten, um künftig entspannt sitzend Musik zu genießen.

Als Jugendlicher im Bach-Chor gesungen

Volks Freude an der Musik war schon in jungen Jahren erwacht. Nachdem er als Jugendlicher im Bach-Chor gesungen hatte, wurde er am 1. Oktober 1961 - noch als Student - in sein Amt in der Altmünstergemeinde eingeführt. Das Gotteshaus war nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs erst ein Jahr zuvor wieder fertiggestellt und eingeweiht worden.
In der Zeit des musikalischen Neuanfangs übte sein junger Chor eine große Anziehungskraft aus und machte sich durch seine Professionalität einen Namen. Theorie und Praxis gingen Hand in Hand, denn Volk förderte die musikalische Entwicklung junger Menschen auch als Lehrer am Gutenberg-Gymnasium und Professor für Chor- und Orchesterleitung an der Universität. Gemeinsam mit der Mainzer Singakademie führte die Altmünsterkantorei in In- und Ausland eine ganze Reihe bedeutender Chorwerke auf: von Haydns Jahreszeiten über Händels Messias bis zum deutschen Requiem von Brahms.

Regelmäßig egeistliche Konzerte

Volk hatte die Leitung der Mainzer Singakademie bereits 2003 abgegeben, die Arbeit mit der Altmünsterkantorei jedoch auf Honorarbasis weitergeführt. Im Mittelpunkt dieser Tätigkeit standen nun Werke für kleinere Besetzung, etwa Bachkantaten und regelmäßige geistliche Konzerte. Ein Herzstück blieb die musikalische Gestaltung der Gottesdienste als wichtige Form der Verkündigung.
Für den Orgeldienst sei zwar künftig gesorgt, heißt es im Gemeindebrief der Altmünstergemeinde, auch durch Eberhard Volks Vertretungsdienste. Doch wegen knapper Mittelzuweisungen sei die Zukunft der weiteren kirchenmusikalischen Arbeit ungewiss. Die Hoffnung ist groß, dass der reichlich ausgesäte Samen in diesem Bereich weiter Früchte tragen möge.