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14.06.2018

Auch der Ministerin mundet die kleine dicke Zucchini vorzüglich

NABU-Projekt: Umweltministerin Ulrike Höfken besichtigt Hochbeet der evangelischen Kita Arche Noah in Weisenau

KinderGarten-Patin Uta Thorwarth.

Kita-Leiterin Ulrike Otto, Lisa Johannsen, Benjamin Herrmann, Dijana Peric, Marten Jansen, Kinder-Garten-Patin Uta Thorwarth und Umweltministerin Ulrike Höfken (von links) singen mit den Kindern der Kita Arche Noah.

Reiche Ernte.

„Wir spielen Räuber und Piraten, sind auch immer gern im Garten“, begrüßen Kinder der evangelischen Kindertagesstätte Arche Noah in Mainz-Weisenau laut singend die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken. Die Kita ist eine von landesweit 300 Einrichtungen, die sich am Projekt „KinderGarten-Paten“ beteiligen, das der Naturschutzbund (NABU) Rheinland-Pfalz im Auftrag der Landeszentrale für Umweltaufklärung Rheinland-Pfalz  (LZU) durchführt.

Gemeinsam mit ihrer Gartenpatin Uta Thorwarth stehen die Kinder vor ihrem Hochbeet. Hier wachsen Paprika und Tomaten, Gurken und Maispflanzen. Schildchen mit bunten Piktogrammen informieren die jungen Gärtner, wie die jeweilige Pflanze aussieht. Gelbe Zucchiniblüten strömen ihren Duft aus. Zwischen dicken grünen Blättern entdecken die Kinder einige kleine, aber auch eine dicke, reife Zucchini. Die soll gleich geerntet werden. Doch zunächst lauschen alle den Worten der Ministerin

Landesweit 350 "KinderGarten-Paten"

Im Rahmen der Themenwoche „Aktion Grün“ besucht  Höfken Projekte, die sich mit Natur- und Umweltbildung beschäftigen. Eines davon ist das Projekt „KinderGarten-Paten“. 350 „KinderGarten-Paten“ im ganzen  Land wurden in den vergangenen Jahren ausgebildet, um den jungen Gärtnerinnen und Gärtnern zu zeigen, wie sie säen und auspflanzen, gießen und ernten können.

 „Es geht darum, dass Kinder wieder mehr über die Pflanzen lernen: Wie werden sie groß? Wie wird unsere Nahrung daraus?“, informiert Ulrike Höfken. „Denn Spinat ist für manch ein Kind nur der grüne Block aus der Tiefkühltruhe“, seufzt die Ministerin. Fügt aber mit Blick auf die jungen Zuhörer gleich hinzu: „Ihr wisst es aber besser.“ Die Wertschätzung für Nahrungsmittel sei höher, wenn Kinder wissen, wie viel Arbeit dahinter steckt, bis man Gemüse und Obst ernten kann.

In Weisenau steht nun schon seit drei Jahren ein Hochbeet hinter den Gruppenräumen. „Zaubergarten-Oma Uta“, wie Uta Thorwarth hier liebevoll genannt wird, hat es gemeinsam mit ihrem Mann Walter aus Einzelteilen, die vom NABU angeliefert wurden, aufgebaut. „Wir haben Erde besorgt, das Beet aufgefüllt und alles für die Pflanzungen vorbereitet“, erzählt die Gartenfee. Gemeinsam mit den Kindern und dem Kita-Team hat sie das Hochbeet bepflanzt.

Senioren geben Gärtnerwissen weiter

„Das Hochbeet ist wirklich prächtig, es hält sich gut“, lobt Robert Egeling. Der Projektleiter des NABU Rheinland-Pfalz bildet gemeinsam mit Mitarbeitern KinderGarten-Paten aus und betreut die Einrichtungen. „Unsere Idee ist es, ältere Menschen mit Gartenerfahrung zu suchen, die Zeit und Lust haben, ihr Gärtnerwissen zu teilen.“ Die Senioren geben ihre Kenntnisse über regional und saisonal erzeugte Lebensmittel weiter, unterstützen die Einrichtungen beim Gärtnern und manchmal sogar beim Gießen während der sommerlichen Schließzeiten.

Seit 2012 gibt es das Generationen übergreifende Projekt. Dazu gehören Fortbildungen, informiert Egeling. „Wir zeigen den Aktiven, wie die rückengerechten Hochbeete aufgebaut und richtig befüllt werden. Im zweiten Schritt unterrichten wir sie über die Arten des Anbaus und die Verwendung von samenfestem Saatgut.“ In einem dritten Workshop geht es um Aktionen rund um das Hochbeet,  wie Nützlinge zu fördern, Nistkästen zu errichten oder Rezepte auszuprobieren. Somit sind die KinderGarten-Paten gerüstet, um gemeinsam mit den Kindern die Vielfalt der Obst- und Gemüsesorten zu entdecken.

Großer Zaubergarten

Uta Thorwarth unterstützt seit 2013 die Kita Arche Noah, gemeinsam mit ihrem Mann. „In unzähligen Stunden hat sich Uta durch unsere Beete gearbeitet“, lobt Kitaleiterin Ulrike Otto das große ehrenamtliche Engagement. Denn hinter dem Hochbeet beginnt der große Zaubergarten der Arche Noah - ein Bereich, der alle Sinne anspricht. Blumen blühen und duften. Rote Beeren reifen und laden zum Naschen ein. Vögel zwitschern in den hohen Bäumen und Insekten summen um das Bienenhotel.

Mutig führen die Kinder ihren hohen Besuch durch den Garten. Naschbäume wie Feige und Birnbaum, süße Walderdbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Himbeeren locken zu dieser Jahreszeit mit reifen Früchten. „Das kann man alles essen“, ruft ein Naseweis und steckt sich rote Beeren in den Mund. Andere machen es gerne nach und gehen auf die Suche nach reifen Erdbeeren. „Richtige Schätze“ berge der Garten, lobt die Ministerin.

Kita-Essen aus biologischem Anbau

Aus dem Kräuterbeet ernten nicht nur die Küchenkräfte, sondern auch die Sprösslinge. „Mmmmh. Sauerampfer“, rufen einige und stecken sich genüsslich die frischen Blätter in den Mund. „Unsere Küche ist kreativ. Heute wurden Lindenblüten gepflückt, um daraus einen Tee zu kochen“, sagt Ulrike Otto. Sie informiert, dass in der Einrichtung nur Zutaten aus biologischem Anbau verwendet werden. Ein Teil davon kommt aus dem eigenen Gemüsegarten.

Zur Kostprobe für Ministerin Höfken wird die dicke Zucchini geerntet. Viele kleine Hände waschen sie in der bereitstehenden Schüssel, bevor die Umweltministerin den „Mini-Spatenstich“ ausführt und das Gemüse in feine Streifen schneidet. „Lecker!“, schallt es ihr vielfach entgegen.

Mehr zum Projekt unter kindergartenpaten.jimdo.com

 

Infos zur Kita:

Evangelische Kindertagesstätte „Arche Noah“ im Paul-Gerhardt-Weg 1 in 55130 Mainz-Weisenau, Telefon: 06131-81190, E-Mail: mail@ev-kita-arche-noah.de. Das Leitungsteam besteht aus Sabrina Jupe-Naab und Ulrike Otto. In der Ganztagseinrichtung werden 86 Kinder im Alter von null bis sechs Jahren in sechs Gruppen betreut. Die Aufnahme der Kinder erfolgt unabhängig von der Religion oder Nationalität der Kinder. Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 7.30-16.30 Uhr und Freitag von 7.30-15 Uhr; die Kita ist während der gesamten Sommerferien geöffnet.