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11.06.2018

Wie der Wein des Menschen Herz erfreut

“Theater trifft Bibel“: Zweite Folge der Kooperation von Evangelischem Dekanat und Staatstheater rund um den edlen Rebensaft

Schauspieler Klaus Köhler (li.) und Organist Norbert Emig thematisierten das Thema Wein in seinen unterschiedlichsten Facetten.

Es war ein beschwingter Nachmittag in der ökumenischen Josefskapelle des städtischen Altenheims – und zwar in einer etwas ungewöhnlichen Kombination. In der zweiten Folge der  Reihe „Theater trifft Bibel“ trug der Schauspieler Klaus Köhler biblische und nicht-biblische Texte vor. Mit  an der Orgel vorgetragenen Weinliedermelodien verlieh Norbert Emig dem Nachmittag eine besondere, bisweilen heitere Note. „…dass der Wein erfreue des Menschen Herz“ aus Psalm 104,15 hieß das Motto.

Isa Mann von der Evangelischen Erwachsenenbildung und Gregor Ziorkewicz, Pfarrer für Stadtkirchenarbeit an St. Johannis, präsentierten eine Lesung rund um die schönsten Bibelverse zum Thema Wein und ließen sich vom Weinmusical „Traube, Liebe, Hoffnung“ des Mainzer Staatstheaters zu einer eigenen Inszenierung inspirieren.

Weinerzeugung bereits 5000 vor Christus

Der darin mitwirkende Schauspieler Klaus Köhler (49) wies zunächst darauf hin, dass es allererste Hinweise auf Weinerzeugung im größeren Stil bereits um etwa 5000 vor Christus im heutigen Georgien gegeben habe. „Weinreben wuchsen schon zu Zeiten der Dinosaurier“ erläuterte er, bevor Ziorkewicz zur eigentlichen Lesung hinführte: „Die Psalmen sind uns überliefert als eine in Poesie gegossene Verbeugung vor Gottes Werk – einem Werk, von dem die Bibel erzählt, ,dass es gut war‘.“

Mit Klaus Köhlers Lesung aus Psalm 104 nahm der kurzweilige Nachmittag vor rund 40 Besuchern seinen Lauf.  Für musikalische Aufmunterung sorgte  Norbert Emig mit Titeln wie „Schütt die Sorgen in ein Gläschen Wein“, „Wenn das Wasser im Rhein gold’ner Wein wär“ oder "Summer Wine".

Schönstes Zitat aus Hohelied Salomons

Zu den schönsten Bibelzitaten zählten Verse aus dem Hohenlied Salomons (7, 2 ff.), wo es unter anderem heißt: „Wie schön du bist und wie anziehend! Liebe, voller Wollust! Dein Wuchs gleicht einer Palme und deine Brüste Trauben. Ich sprach: Ich will die Palme besteigen, will greifen nach ihren Rispen, und deine Brüste sollen sein wie die Trauben des Weinstocks und der Duft deines Atems wie Äpfel, und dein Gaumen wie der köstlichste Wein, sanft rinnt er bei meinen Liebkosungen, benetzt die Lippen der Schlummernden.“

Es geht hier ursprünglich um die Liebe zwischen Mann und Frau, erläuterte Ziorkewicz. „In der christlichen Mystik wird das Hohelied als die Brautliebe zwischen der Seele zu ihrem Gott verwandt.“

Erstes Wunder Jesu

Das erste Wunder Jesu war – Köhler machte eine kleine Atempause, um zu hören, ob die Besucher in der kleinen Josefskapelle wussten, um welches Wunder es sich handelte – die Verwandlung von Wasser in Wein. Viele Besucher kannten natürlich die Geschichte von der Hochzeit in Kana (Johannes 2). Als der Wein zur Neige zu gehen drohte, wies Maria ihren Sohn darauf hin. Er sprach: „Weib, was geht’s dich an, was ich tue? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“ Doch die Diener ließ er sechs steinerne Wasserkrüge mit Wasser füllen. Und als der Speisemeister daraus kostete, war es guter Wein.

Schließlich schlug  Köhler den Bogen vom Musical „Traube, Liebe, Hoffnung“ zu „Glaube, Liebe, Hoffnung“ aus dem 1. Korintherbrief des Paulus, Kapitel 13, an dessen Ende es heißt: „Nun aber bleibt: Glaube, Liebe, Hoffnung; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ Das von Marc Becker inszenierte Wein-Musical „Traube, Liebe, Hoffnung“ wird auch in der kommenden Spielzeit am Mainzer Staatstheater aufgeführt.