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16.04.2018

Die Bibel als unbezahlbarer Schatz

Dekan Andreas Klodt über die kostbarsten Bücher der Welt

Foto: Karin Wobig / pixelio.de

Gedanken des Mainzer Dekans Andreas Klodt über die kostbarsten Bücher der Welt waren anlässlich des Mainzer Bürgerentscheids zur Erweiterung des Gutenberg-Museums um den sogenannten Bibelturm im Morgengruß in SWR4 und in den Ansößen in SWR1 zu hören.

"Im Tresorraum des Mainzer Gutenberg-Museums wird eines der kostbarsten Bücher der Welt gezeigt: die Bibel. Kein Wunder, dass es sogar einen Bürgerentscheid darüber gab, wie man diese Bibel angemessen präsentiert…

Natürlich ging es dabei um eine besondere Ausgabe: die lateinische Bibel, die der Mainzer Johannes Gutenberg in seiner Vaterstadt vor über 550 Jahren als erster weltweit druckte. Mit den beweglichen Lettern, die er erfunden hatte. Zwei volle Jahre hatte man bis dahin für das Abschreiben einer einzelnen vollständigen Bibel gebraucht, jetzt druckte Johannes Gutenberg in der gleichen Zeit  180 Exemplare. Schätzpreis heute für so eine Gutenberg-Bibel: nicht unter 10 Millionen Euro.

Als Christ finde ich die Präsentation einer alten Bibel prima.  Aber von dieser einen Ausnahme einmal abgesehen meine ich: eine Bibel gehört nicht in einen Tresor oder in eine Vitrine, sondern an die frische Luft! Sie muss unter die Leute. Damit man sie aufschlagen und in ihr blättern kann. Die Bibel will ja gelesen werden. Und deshalb gehört sie zum Beispiel ans Bett und wer mag, kann vor dem Aufstehen noch darin schmökern. Oder sie liegt auf dem Schreibtisch und wartet darauf, in einer Pause benutzt zu werden. In jedem Haushalt könnte es so etwas geben, wie früher in frommen  Häusern: einen Herrgottswinkel, einen Ort, an dem die Bibel ihren festen Platz hat. Einen Platz, der nicht verstaubt, weil er eifrig benutzt wird. Denn in der Bibel heißt es über die Bibel:

Herr, dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. (Psalm 119, 105)

Es ist gut, wenn man dieses Licht schnell zur Hand hat. Vor allem in Zeiten, in denen man nach Trost oder Orientierung sucht. Oder auch  „nur“ nach den richtigen Worten. Das muss dann auch kein Exemplar für 10 Millionen Euro sein. Auch eine herkömmliche Taschenausgabe ist in diesem Sinn unbezahlbar."

Alle "Anstöße" und "Morgengrüße" von Dekan Andreas Klodt, die in dieser Woche auf SWR1 und SWR4 zu hören sind, finden Sie unter

www.kirche-im-swr.de