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26.09.2017

Staffelübergabe bei der Evangelischen Psychologischen Beratungsstelle

Walter Roscher verabschiedet, Olaf Jacobsen-Vollmer als Leiter eingeführt

Ehemaliger und neuer Leiter der epb: Walter Roscher und Olaf Jacobsen-Vollmer

Das Team der epb

 

In einem feierlichen Gottesdienst wurde der langjährige Leiter der Evangelischen Psychologischen Beratungsstellen (epb) Mainz und Mainz-Bingen, Walter Roscher, in den Ruhestand verabschiedet und sein Nachfolger in das Amt eingeführt. Ab sofort übernimmt Olaf Jacobsen-Vollmer die Leitung der Beratungsstelle, die von den Evangelischen Dekanaten Mainz, Ingelheim und Oppenheim getragen wird.

16 Jahre lang hatte der Diplom-Psychologe und Psychologische Psychotherapeut Roscher die Stelle als Leiter der Beratungsstelle inne, die er im Anschluss an sein Studium der Psychologie und Medizin sowie seine langjährige Mitarbeit bei der Kreuznacher Diakonie antrat. Mit damals zwei Sekretärinnen, einer Sozialpädagogin und drei Psychologen befand sich die Beratungsstelle im Umbruch: Bei der „Beratungsstellenuntersuchung“ der Stadt Mainz stand die Frage im Raum, welche Angebote es künftig wo geben sollte. Infolge einer Umstrukturierung, die Roscher mit erarbeitete, entstanden fortan zwei getrennte Beratungsstellen, eine für die Stadt Mainz und eine für den Kreis Mainz-Bingen, mit mehreren Vollzeitstellen. Schwerpunkte der Arbeit sind bis heute Erziehungs-, Familien-, Trennungs- und Scheidungs-, Paar- und Lebensberatung. „Unser Ziel war und ist es, möglichst vielen Menschen ein kompetentes, professionelles Beratungsangebot bereitzustellen“, so Roscher.

Neben allen Leitungsaufgaben in verschiedenen Gremien war der Diplom-Psychologe Mitglied der Mitarbeitervertretung im Evangelischen Dekanat Mainz, der Arbeitsrechtlichen Kommission in der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau sowie für einige Zeit Vorsitzender des Verbands Kirchlicher Mitarbeiter. Aber auch die praktische Arbeit, größtenteils in der Erziehungsberatung, machte mit etwa 300 eigens betreuten Kindern und Erwachsenen im Jahr einen großen Teil seines Schaffens aus. Ob Trotzphasen, Streit unter Geschwistern oder Probleme wie Hochstrittigkeit der Eltern bis zu Trennung und Scheidung – das Wohl der Kindes stand für Roscher immer an erster Stelle. „Es ist wichtig, dass die Rahmenbedingungen, unter denen Kinder aufwachsen, gut sind“, berichtet er. „Wir akzeptieren alle, die zu uns kommen, wie sie sind, und wir versuchen, dass am Ende etwas Gutes dabei herauskommt. Im mikroskopischen Bereich ist das ein bisschen Friedensarbeit.“

Das Amt des Beratungsstellenleiters übernimmt nahtlos Olaf Jacobsen-Vollmer, seit 2013 mit dabei. Tätig war der Diplom-Psychologe bisher als Berater in allen angebotenen Bereichen und darüber hinaus Mitglied in verschiedenen Arbeitskreisen zu den Themen Trennung und Scheidung oder Gewalt gegen Frauen und Kinder. Jacobsen-Vollmer engagiert sich besonders im Bereich Kinderschutz. Als Kinderschutzfachkraft hat er bereits zahlreiche Workshops veranstaltet und an der Konzeption der Beratungsstelle zum begleiteten Umgang bei Gewalt an Kindern mitgewirkt. „Es ist mir besonders wichtig, Eltern, die mit Verunsicherungen zu uns kommen, einen Standpunkt zu vermitteln, wie sie mit ihren Kindern umgehen können“, erzählt er.

Für die Zukunft wünscht sich Jacobsen-Vollmer, die vorhandenen Strukturen und Konzepte noch weiter zu stärken. „Ich sehe das Feld der epb sehr gut bestellt“, berichtet er. „Viele innovative Dinge wurden bereits umgesetzt. Nun gilt es, das, was bereits besteht, voranzubringen.“ Vor allem die Erziehungsberatung im Sozialraum möchte der neue Leiter weiter ausbauen. „Indem wir in die Kitas und Schulen gehen, uns mit Lehrern und Erziehern austauschen, können wir bei Problemen hilfreiche Strategien für alle Beteiligten entwickeln. Diese Vernetzung ist unsere große Stärke.“