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25.07.2018

Sehen, wie das Leben Obdachloser aussieht

Besuch in der Binger Herberge hinterließ bei Jugendlichen nachhaltige Eindrücke

Manchmal wirken Erlebnisse lange nach, länger, als man sich das vorher vorgestellt hat. Diese Erfahrung machten Konfirmandinnen und Konfirmanden der Evangelischen Christuskirchengemeinde im März 2018. Damals besuchten sie die Binger Herberge für Obdachlose in der Mainzer Straße. Denn als es vor den Sommerferien darum ging, an welchen guten Zweck die Konfigabe anlässlich des Konfirmationsfestes in der Gemeinde gehen sollte, war es sofort klar, dass die 714 Euro, die zusammen mit der Kollekte des Vorstellungsgottesdienstes gesammelt worden war, der Binger Herberge zugute kommen sollte.

Noch immer sichtlich beeindruckt von der Führung durch die Räumlichkeiten und das intensive Gespräch mit Obdachlosen der Herberge, beschrieben zwei Konfirmanden, Louis und Firmin ihre Eindrücke: „Also ich fand es spannend, wie das Leben als Obdachloser so aussieht, und ich fand es sehr nett, dass zwei so offen und nett waren und jede Frage, die wir hatten, offen beantwortet haben“. Und Louis nimmt die Erkenntnis mit: „Der Besuch hat meine Meinung gestärkt, dass man bewusst mit seinem Geld leben und umgehen soll und sich bewusst sein soll, dass man es sehr gut hat und es nämlich auch viel ärmere Leute gibt, denen es schlecht geht“.

Tanja Brinkhaus-Bauer, Pfarrerin der Evangelischen Christuskirchengemeinde, ist Herbergsleiter und Sozialarbeiter Sascha Horn sowie Wolfgang Schiwek vom Vorstand des Vereins „Ökumenische Nichtseßhaftenhilfe St. Martin e.V. dankbar, dass sie den Konfirmandinnen und Konfirmanden den Besuch der Herberge ermöglichten: „Denn für uns als Konfi-Team, zu dem auch unser Gemeindepädagoge Paul Nicolay gehört, war es wichtig, dass die Jugendlichen verstehen, dass es ein wichtiger Auftrag von Kirche ist, nahe bei den Menschen und ihren Nöten zu sein, so wie Jesus mit den Menschen gelebt hat und da gehandelt hat, wo es eben gerade notwendig war“. Die Jugendlichen erlebten in den Gesprächen mit den obdachlosen Männern und einer Frau, dass dies beeindruckende Menschen sind, mit Würde und mit sehr ergreifenden Lebensgeschichten. Besonders bewegt hat sie, dass die Männer für einen gerade verstorbenen Kollegen einen Stuhl mit Erinnerungsstücken von ihm an seinem Lieblingsplatz stehen haben. Berührende Eindrücke, die die jungen Menschen aus ihrer Konfirmandenzeit sicherlich mit in ihr zukünftiges Leben nehmen werden.