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08.01.2018

Zum Abschied Zifferblatt und Zeiger der alten Kirchturmuhr

Nach zwölf Jahren Dienst in der Gemeinde wird Pfarrerin Julia Kalbhenn Schulpfarrerin

Der Gottesdienst am Altjahresabend stand in der Evangelischen Kirche von Horrweiler nicht nur im Zeichen des Abschiedes vom Jahr 2017, sondern auch im Zeichen des Abschiedes der Evangelischen Kirchengemeinde von Horrweiler-Aspisheim von ihrer langjährigen Pfarrerin Julia Kalbhenn. Fast zwölf Jahre sei es her, so erinnerte die Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Stefanie Schwarzpaul, in der vollbesetzten Kirche, dass die Gemeinde die Ordination Julia Kalbhenns in Aspisheim gefeiert habe, nun schließe sich mit dem Abschiedsgottesdienst der Kreis.

Und so entpflichtete die Dekanin des Evangelischen Dekanates Ingelheim, Pfarrerin Annette Stegmann, am Ende dieses bewegenden Gottesdienstes Pfarrerin Kalbhenn von ihren pfarramtlichen Aufgaben in der Kirchengemeinde Horrweiler-Aspisheim sowie ihren Pflichten im Dekanat Ingelheim, dankte der Theologin im Namen des Dekanates und der Kirchenleitung der EKHN für ihren langjährigen Dienst und warf auch schon einen Blick in die Zukunft: „Sie haben sich für einen anderen beruflichen Weg entschieden. Sie werden Schulpfarrerin an der Hildegardisschule in Bingen übernehmen. Das wird eine spannende und eine gelungene Zeit werden, da bin ich mir sicher“.

Sichtlich bewegt hielt die scheidende Pfarrerin eine Predigt zum Thema „Abschied“ und „Neuanfang“, theologisch unterlegt von der biblischen Erzählung vom Auszug der Israeliten aus Ägypten. Die Ausführungen der Pfarrerin thematisierten das Innehalten auf der Schwelle zur Zukunft und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Kleine musikalische Zwischenspiele des Duos Johannes Göttelmann (Kontrabass) und Tobias Strunk (Gitarre) gaben den Gottesdienstbesuchern Zeit, über das Gehörte nachzudenken. Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes, zu dessen musikalischer Untermalung auch der evangelische Posaunenchor Horrweiler und der langjährige Organist der Gemeinde, Arnold Huff, beitrugen, erinnerte die Theologin Kalbhenn an die Vielfalt der zahlreichen Gottesdienste, die man gemeinsam gefeiert habe, „und ich spüre die Gemeinschaft und die Kraft, die diese Gottesdienste mir gegeben haben, und ich höre die Musik, den Posaunen- und den Kirchenchor, die Orgel, Kontrabass und Gitarre, eine Vielfalt, die mein Herz berührt hat“. Am Altjahresabend mische sich nun für sie, wie sicherlich auch für manch’ anderen, mit der Wehmut des Abschieds auch Vorfreude auf den Neuanfang: „Vieles schwirrt mir heute durch den Kopf. Es ist ein Innehalten auf der Schwelle zur Zukunft, in der ich werden darf und  ein Rückblick auf die Vergangenheit, die mich zu dem gemacht hat, was ich bin“. Weil eines der zentralen Themen des Gottesdienstes die (vergangene und zukünftige) Zeit war, passte das Geschenk, das die Kirchengemeinde ihrer scheidenden Pfarrerin zum Abschied machte besonders gut: Es war das große Zifferblatt mit den dazu gehörigen Zeigern der während der Amtszeit Kalbhenns erneuerten Turmuhr der Aspisheimer Kirche. Im Anschluss an den Gottesdienst nutzten viele Menschen – unter ihnen auch der Präses des Dekanates Ingelheim, Horst Runkel, der  Verbandsgemeindebürgermeister ­von Sprendlingen-Gensingen, Manfred Scherer, sowie PfarrkollegInnen ­– die Gelegenheit, sich von Pfarrerin Kalbhenn persönlich zu verabschieden.