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24.04.2018

EKHN-Synode: Von Künstlicher Intelligenz bis zur Zukunft der Kindertagesstätten

Hessen-Nassaus Kirchensynode tagt ab Donnerstag in Frankfurt am Main

Darmstadt, 24. April 2018. Von Donnerstag (26. April) bis Samstag tritt in Frankfurt am Main die Zwölfte Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) zu ihrer diesjährigen Frühjahrstagung zusammen. Unter der Leitung von Präses Ulrich Oelschläger berät das mit einem Parlament vergleichbare Gremium im Dominikanerkloster unter anderem über den Bericht von Kirchenpräsident Volker Jung zur Lage in Kirche und Gesellschaft. Jung wird sich vor den 140 Delegierten am Donnerstag (ab 11 Uhr) den Themen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz widmen. Inmitten der neuen elektronischen Revolution will er sich den Fragen in ihrer gesellschaftlichen, politischen, kirchlichen und ethischen Dimension nähern. Der Kirchenpräsident wird dabei dazu aufrufen, „Digitalisierung nicht einfach geschehen zu lassen, sondern als Christinnen und Christen mitzugestalten“.

Zukunft der Kindertagesstätten auf der Tagesordnung

Am Freitagmorgen (9 Uhr) steht außerdem eine Generaldebatte zur Zukunft der evangelischen Kindertagesstätten auf dem Programm. Die hessen-nassauische Kirche betreut in fast 600 Einrichtungen rund 40.000 Kinder. Sie bezuschusst den Betrieb mit eigenen Mitteln in Höhe von 41 Millionen Euro. Vor allem der Wunsch vieler Eltern nach längeren Öffnungszeiten, gestiegene Anforderungen etwa in Fragen der Inklusion und Integration sowie fehlende pädagogische Fachkräfte sind für viele Einrichtungen eine Herausforderung geworden. Gleichzeitig will sich die evangelische Kirche weiter an der gesellschaftlichen Aufgabe der frühkindlichen Erziehung und Bildung beteiligen.

Ökologische Ausrichtung der Kirche im Blick

Die Synodalen wollen auf der bevorstehenden Tagung auch darüber sprechen, wie die nachhaltige Ausrichtung der gesamten Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gestärkt und deutlicher am Erhalt der Schöpfung orientiert werden kann. So sollen bei dem von den Delegierten ausgerufenen Schwerpunktthema der Frühjahrssynode Ideen zu einer gemeinsamen „ökofairen“ Beschaffung von Materialien und Dienstleitungen vorgestellt werden. Dazu gehört beispielsweise neben einer speziellen Einkaufsplattform auch die mögliche gemeinschaftliche Beschaffung von Öko-Strom (Donnerstag, 17 Uhr und Freitag ab etwa 10 Uhr).

Aufarbeitung der Heimkinder-Schicksale im Fokus

Die vor fünf Jahren begonnene Aufarbeitung der Geschichte der Heimkinder von 1945 bis 1975 in Hessen-Nassau ist auf der bevorstehenden Kirchensynode am Donnerstag (15 Uhr) ebenfalls Thema. Dazu ist geplant, neben pädagogischem Material auch erste Ausschnitte eines Films über Betroffene zu präsentieren. Die Dokumentation beschäftigt sich vor allem mit der Rolle der Medizin in den Heimen der Nachkriegszeit. Nach einer Tagung mit früheren Heimkindern Ende Juni soll der Film dann der breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.

Vorlagen und Wahlen mit Spannung

Mit Spannung wird der Vorschlag für eine erste Revision der kirchlichen Lebensordnung von 2013 erwartet, die Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren mit Trauungen nahezu gleichstellt. Der Entwurf, der am Freitagmittag (voraussichtlich 12 Uhr) in erster Lesung eingebracht wird, sieht vor, künftig auch begrifflich keinen Unterschied mehr zwischen Segnung und Trauung zu machen. Schließlich soll auf der bevorstehenden Synodentagung auch eine neue Dezernentin für den Bereich Kirchliche Dienste gewählt werden. Die hessen-nassauische Kirchenleitung wird die bisherige Leiterin der evangelischen Erwachsenenbildung in Niedersachsen, Melanie Beiner, als Nachfolgerin für Christine Noschka vorschlagen, die in den Ruhestand tritt (Freitag 15 Uhr).

Hintergrund zur Synode

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat knapp 1,6 Millionen Mitglieder in 1.143 Gemeinden. Ihr Territorium reicht in etwa von Biedenkopf im Norden über das Rhein-Main-Gebiet bis Neckarsteinach im Süden. Fast ein Viertel des Gebiets gehört zwischen Diez und Worms auch zu Rheinland-Pfalz. Die Synode ist gemäß der Kirchenordnung das „maßgebende Organ“ der hessen-nassauischen Kirche. Sie erlässt Gesetze, besetzt durch Wahl die wichtigsten Leitungsämter und beschließt den Haushalt. Ausschüsse und regionale Arbeitsgruppen bereiten die Entscheidungen vor. Geleitet wird die Synode vom Kirchensynodalvorstand mit einem Präses. Gemäß Kirchenordnung sollen zwei Drittel der gewählten Synodalen nichtordinierte Gemeindemitglieder sein, ein Drittel Pfarrerinnen und Pfarrer.

 

Mehr Informationen und aktuelle Berichterstattung im Internet unter

www.ekhn.de

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