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10.01.2018

Wann ist der Mann noch ein Mann?

Geschlechtsspezifisches Angebot mit integrativen Schwerpunkten

„Das lange Wochenende für Männer hat sich zu einem Integrations-Wochenende entwickelt“ berichtet Günter Eiserfey, Referent für Gesellschaftliche Verantwortung, der seit zwei Jahren dieses spezielle Angebot nur für Männer anbietet. „Überall gibt geschlechtsspezifische Arbeit, allerdings in der Regel nur für Frauen“ erklärt Eiserfey, der es für wichtig erachtet, dass auch Jungs und Männer einen Raum bekommen, um sich über ihr Männerbild und ihre Rolle auszutauschen. „Neben langjährigen ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitgliedern der Kirchengemeinde waren es in diesem Jahr vor allem Männer aus dem Alzeyer Wohnheim, die sich für die Fahrt interessiert haben, also männliche Geflüchtete und Zugewanderte“ so der Pädagoge. Neben den üblichen Themen einer geschlechtsspezifischen Freizeit standen so vor allem auch die kulturellen Unterschiede und Sprachbarrieren im Fokus.

„Aus den geplanten 22 Teilnehmenden wurden dann bei der Abfahrt 16“, schildert Lennart Adam mit einem Schmunzeln die Situation bei der Abfahrt. „Das Anmeldeverhalten bei den Zugewanderten ist einfach ein anderes, wobei sich dieses durch die neuen Kommunikationsmittel bei den deutschen Teilnehmern auch gewaltig verändert hat“ ergänzt Eiserfey. „Bei dieser Fahrt mussten wir einfach flexibel sein und auch Spontanität beweisen, aber wenn man sich auf diese Ungewissheit einlässt, macht es richtig viel Spaß, zumal wir sehr viel voneinander lernen konnten!“

Durch das Leben in Alzey und Umgebung aber auch durch die unterschiedlichen Integrations- und Deutschkurse, haben die Teilnehmenden schon viel in und über Deutschland gelernt. Die praktische Umsetzung des Erlernten bleibt aber jedes Mal eine neue Herausforderung: „Da wird ein gemeinsamer Schwimmbadbesuch schon zu einem kleinen Abenteuer. Wie Funktioniert das mit dem Drehkreuz? Oder: Wie schließe ich den Spind zu und bekomme ich den Euro später wieder? Aber auch die deutschen Teilnehmer konnten an dem Wochenende wieder vieles an Erfahrungen mit nach Hause nehmen und das eigene Leben in Deutschland von einer ganz anderen Seite reflektieren. Gemeinsame Abende, intensive Gespräche und Essen aus den jeweiligen Nationen machten es den Männern leicht, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über Rollen, Erwartungen und Anforderungen auszutauschen.

Während des gesamten Jahres gibt es in unregelmäßigen Abständen immer wieder Treffen, zu denen das Evangelische Dekanat zu verschieden Freizeitaktivtäten einlädt. Meist ist es ein einfaches Treffen, um bei Kaffee, Tee und Keksen zu erzählen (Deutsch Konversation), aber auch größere Unternehmungen, wie beispielsweise ein Kino- oder ein Schwimmbadbesuch sind möglich.

Informationen zu dieser offenen Gruppe aber auch zu der M-Tour im kommenden Jahr erhalten sie beim Evangelischen Dekanat Alzey, Günter Eiserfey (Referent für Gesellschaftliche Verantwortung, Bildung und Erziehung) g.eiserfey(at)ed-az.de oder 06731/547540